1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Münster: Infektionswelle bei Kindern angekommen – Engpass bei der Versorgung

  8. >

Krankheit

Infektionswelle bei Kindern angekommen – Engpass bei der Versorgung

Münster

Husten, Schnupfen, Fieber: Unzählige Kinder leiden aktuell unter Infektionen. Praxen und Kliniken in Münster sind überlastet, viele Medikamente werden knapp. 

Bei einem Kind wird die Temperatur gemessen. Auch in Münster sind aktuell viele Kinder krank. Foto: dpa (Symbolbild)

Inzwischen zeichnet sich auch in Münster immer deutlicher ein Engpass in der ambulanten und stationären medizinisch-pflegerischen Versorgung von kleinen Kindern ab. Durch die hohe Zahl von Kindern mit Atemwegsinfektionen und Fieberzuständen sind die Praxen und Kliniken laut einer städtischen Pressemitteilung derzeit überlastet. Sowohl das Praxisnetz der Kinder- und Jugendärzte Münster als auch die Kinderkliniken in Münster weisen auf ihre problematische Lage hin.

Das Gesundheitsamt versucht nach Angaben der Stadtverwaltung, einen Beitrag zur Besserung der Lage zu leisten. Aktuell bestehe ein Mangel an fiebersenkenden Medikamenten und Antibiotika. Besonders fiebersenkende Säfte und Zäpfchen seien nur begrenzt verfügbar, so die Stadt. Darum soll auch versucht werden, das Bundesinstitut für die Zulassung von Arzneimitteln dazu zu bewegen, Sonderzulassungen von fiebersenkenden Arzneimitteln aus dem Ausland auszusprechen.

Kinder haben im Winter häufig Fieber

„Im Einzelfall können Eltern mit dem Arzt oder Apotheker klären, ob bei Kindern ab vier Jahren (Paracetamol) bzw. ab sechs Jahren (Ibuprofen) teilbare Tabletten nach der Dosierungsempfehlung eingenommen werden können, wenn eine medikamentöse Fiebersenkung überhaupt erforderlich ist“, erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

Kinder haben laut der Mitteilung der Stadt in der nasskalten Jahreszeit nicht selten Fieber oder erhöhte Temperatur – und das oft auch, ohne wirklich krank zu sein. Ein Kind hat Fieber, wenn seine Temperatur über 38,4 Grad Celsius steigt. Ab 39 Grad Celsius hat es hohes Fieber. Es kann auch vorkommen, dass ein Kind abends oder nachts ohne andere Krankheitszeichen fiebert und sich am nächsten Tag bereits wieder völlig wohlfühlt.

Einfache Maßnahmen können Fieber senken

Neben Medikamenten empfiehlt das Gesundheitsamt andere, einfache Maßnahmen: Wadenwickel, feuchter, lauwarmer Waschlappen auf der Stirn, viel trinken, damit der Körper nicht austrocknet, Bettwäsche, Handtücher etc. häufig wechseln, für gute Lüftung und angemessene Raumtemperatur sorgen.

Bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen wird schon ab 38 Grad Celsius von Fieber gesprochen. Wirkt das Kind ungewöhnlich schlapp oder teilnahmslos, es mag nicht, nur kurz oder schwach trinken oder zeigt eine veränderte Hautfärbung (blass, bläulich, rot), sollte bald eine ärztliche Praxis aufgesucht werden.

Startseite
ANZEIGE