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Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur stellt die Fotografin Annelise Kretschmer vor

Inspirierende Reisen

Münster

Reisefotografie ist ein zentrales Thema der Ausstellung: Es ist das Abseitige, oft Übersehene, das Annelise Kretschmer künstlerisch anzieht.

Annelise Kretschmer (Paris, 1928). Foto: LWL

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur zeigt derzeit die Ausstellung „Der Augenblick. Die Fotografin Annelise Kretschmer“ (bis 14. August). Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen. In verschiedenen Kapiteln beleuchtet die Ausstellung das umfangreiche Werk der Fotografin Annelise Kretschmer aus über einem halben Jahrhundert Schaffenszeit. Eine kleine Serie stellt Aspekte der Ausstellung vor: Ein zentrales Thema ist die Reisefotografie.

Neben den Porträtfotografien zeigt die Ausstellung Reisebilder, die Kretschmers fotografischen Blick in weitere Richtungen formten. Nicht der Mensch weckt hier ihr vornehmliches Interesse, vielmehr ist es das Abseitige, oft Übersehene, das sie künstlerisch anzieht: Strukturen und Formen im Wechselspiel mit Licht und Schatten auf leeren Straßen, Hausfassaden oder verregneten Fensterscheiben.

Die Fotografien aus Paris 1928 gelten als die zentralen Reisefotografien Kretschmers. Kretschmer interessieren die Oberflächenstrukturen des Alltags. Gezielt sucht sie in Paris nach Texturen: Die Fassaden der Häuser, die Struktur der Treppen oder die Regentropfen auf einer Fensterscheibe entdeckt sie als visuelle Muster des Großstadtkosmos.

Zusammen mit ihrem Bruder unternahm Kretschmer bereits 1922 ihre erste mehrmonatige Reise nach Nordafrika. Sie reiste zu einer Zeit, in der Nordafrika noch unter den Kolonialmächten Frankreich und Großbritannien aufgeteilt war. Ihre Mutter borgte ihr dafür eine Kamera. Damit entstanden auf dieser Reise frühe Fotografien. Die Motive dokumentieren ihre Begegnung mit dem anderen Kontinent. Ihre Aufnahmen zeigen Menschen vor allem in Straßenszenen, in Oasen und vor Pyramiden.

1924 reiste Kretschmer in die heutigen Länder Israel und Palästina. In ihren Fotografien hielt sie in der Altstadt von Jerusalem alltägliche Szenen von Menschen auf der Straße fest. Aufgrund der Zerstörung ihres Ateliers im Zweiten Weltkrieg, existieren nur wenige Aufnahmen aus dieser Zeit, die ein Bild von den Eindrücken dieser Reise geben.

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