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IHK reagiert auf Restriktionen für Gewerbebetriebe

Isabel Habla: „Es entsteht ein neues Konfliktpotenzial“

Münster

Der Rat hat Restriktionen für das Gewerbegebiet Feldstiege in Nienberge beschlossen, um nebenan ein neues Wohngebiet realisieren zu können und Lärmschutzprobleme zu vermeiden. Kritik gibt es von der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen.

Von Klaus Baumeister

Das Gewerbegebiet Feldstiege in Nienberge Foto: hko

Isabel Habla, Vorsitzende des Regionalausschusses Münster bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, reagiert kritisch auf ein Planungsvorhaben der Stadt Münster. Konkret geht es um die „Herabstufung“ des Gewerbegebietes Feldstiege in Nienberge hinsichtlich zulässiger Lärmemissionen.

„Auch wenn die zulässigen Lärmemissionen von den aktuell ansässigen Betrieben nicht in vollem Umfang ausgeschöpft werden, entsteht durch die heranrückende Wohnbebauung ein neues Konfliktpotenzial und damit ein Risiko für die Entwicklungsmöglichkeiten der dort ansässigen Betriebe“, machte Isabel Habla auf Anfrage unserer Zeitung deutlich.

Das Thema war jüngst im Planungsausschuss und im Rat diskutiert worden. Die Stadt will – mit Zustimmung des Rates – die wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten in dem Gewerbegebiet nachträglich einschränken, um in direkter Nachbarschaft ein Wohngebiet ausweisen zu können. Laut Habla darf die Stadt dieses Vorgehen „nicht zur Regel werden lassen“.

Gewerbeflächen „nur noch auf dem Papier“

Die Vorsitzende im IHK-Regionalausschuss für die Stadt Münster wies darauf hin, dass für aktuelle Anfragen ohnehin weniger Flächen für Industrie und Gewerbe zur Verfügung stünden als per Ratsbeschluss festgelegt. Die im Gewerbeflächenkonzept von 2016 vorgesehene „Manövriermasse“ von 50 Hektar an baureifen Gewerbe- und Industrieflächen, mit denen flexibel auf aktuellen Bedarf reagiert werden sollte, stehen nach IHK-Einschätzung „nur noch auf dem Papier“.

Isabel Habla, Vorsitzende des Regionalausschusses Münster der IHK Westfalen Nord Foto: IHK

Neben der sogenannten Abstufung von Gewerbegebieten sei auch der „schleichende“ Verlust von Industrie- und Gewerbeflächen durch Umwidmungen oder durch Nutzungen, die nicht auf gewerbliche Bauflächen angewiesen seien, ein Problem. Als Beispiele nannte Habla Verwaltungsneubauten im Gewerbegebiet Loddenheide. „Laut Landesstatistik ist in Münster der Anteil der Industrie- und Gewerbefläche an der Gesamtfläche von 2016 bis 2020 um 3,4 Prozent zurückgegangen“, betonte Habla. Aktuell wird beispielsweise der Neubau des Polizeipräsidiums auf der Loddenheide vorbereitet.

„Intensivere Nutzung wäre sinnvoller“

Alternativ zum Vorgehen in Nienberge ist es laut IHK eigentlich sinnvoller, vorhandene Gewerbegebiete zu sichern „oder auch einer intensiveren Nutzung“ zuzuführen. Nur so könne man „die Inanspruchnahme von Freiraum für neue Gewerbeflächen so weit wie möglich begrenzen“.

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