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Serie: Influencer aus dem Münsterland

Jana Windoffer: Mit Modeblog zur großen Karriere

Münster/Riesenbeck

Jana Windoffer hat von der Fashion-Week in New York gebloggt. Doch die große Bühne wurde der Influencerin irgendwann zu viel. Die 33-Jährige arbeitet lieber hinter den Kulissen. 

Jana Windoffer ist durch ihren Modeblog „Bekleidet“ bekannt geworden. Foto: privat

Facebook, Instagram, TikTok oder Youtube – fast alle Influencer und Influencerinnen haben ihren Erfolg den großen Online-Plattformen zu verdanken und sind damit auch oft abhängig von den großen Tech-Konzernen. Nicht so Jana Windoffer. Die 33-jährige Münsterländerin ist mit ihrem eigenen Fashion-Blog bekannt geworden und hat darauf ihre erfolgreiche Karriere aufgebaut.

Jana Windoffer war schon immer eher der kreative Typ, wie sie selbst sagt. Nach ihrem Abitur ist sie 2008 für ihr Studium der Freiraumplanung von Riesenbeck nach Osnabrück gezogen und hat dabei viele Design- und Fotobearbeitungs-Programme kennengelernt. „Die habe ich auch in meiner Freizeit gerne genutzt“, sagt Windoffer, die sich einen kleinen Online-Blog anlegte. „So als Hobby. Da habe ich ein paar Texte und Fotos, hauptsächlich zum Thema Mode eingestellt. Das hat Spaß gemacht“, sagt die heute 33-Jährige.

Modeblog "Bekleidet" ging durch die Decke

Zunächst habe sie keinem von ihrem Blog „Bekleidet“ erzählt – auch nicht ihren Freunden. „Eigentlich war das nur als netter Zeitvertreib für mich selbst gedacht“, sagt Windoffer. Doch den Gedanken konnte sie schnell vergessen. „Das Ganze ist irgendwie durch die Decke gegangen.“

Richtig erklären, kann es sich die aufgewachsene Riesenbeckerin nicht. Aber 2011 hatte sie rund 300.000 Leser und Leserinnen pro Monat – und war plötzlich eine der erfolgreichsten Bloggerinnen Deutschlands. Noch vor den großen Zeiten von Facebook, Instagram oder TikTok. „Ich habe dann viele Werbe-Anfragen und Aufträge für andere Blogs bekommen“, sagt Windoffer.

Für Marc Jacobs in New York

„Plötzlich wurde das alles zu einem Job.“ Sie bloggte für große Modemarken, reiste für Marc Jacobs zur Fashion Week nach New York oder für Escada zum Coachella-Festival. „Das war sehr aufregend und hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagt die Influencerin, die nach ihrem Studium zunächst nach Münster zog. „Ich wollte immer in dieser tollen Stadt wohnen.“

Doch ihr neuer Job als Bloggerin, als Influencerin verlangte mehr. 2016 zog Windoffer weiter nach Berlin. „Da war in der Branche einfach etwas mehr los. Und ich wollte noch einmal etwas anderes erleben“, sagt die 33-Jährige, die früh auch begann Facebook und Instagram zu nutzen. Sie bloggte, reiste, war immer auf Achse. „Auf Dauer aber sehr anstrengend.“ 2019 ließ sie Berlin wieder hinter sich. „Ich hatte dort spannende drei Jahre, auf Dauer war es mir aber zu voll, zu laut dort.“

Jana Windoffer wurde es zu stressig. Für zwei oder drei Tage nach Übersee, im Fokus stehen. „Social Media setzt einen auch unter Druck. Ich habe auch Themen bespielt, die ich eigentlich nicht vermitteln wollte.“ Sie orientierte sich um, zog wieder nach Münster, lehnte aufwendige Aufträge ab und schrieb deutlich seltener für ihren Blog „Bekleidet“. „Ich habe mich mehr auf das fokussiert, was mir mehr gefällt. Fotografieren, Analysieren, Im Hintergrund agieren“, sagt Windoffer, die immer neugierig und wissbegierig war.

One-Woman-Team und kleines Team

Nebenher machte sie einen weiteren Bachelor in Kommunikationswissenschaft, machte Online-Marketing-Kurse bei der IHK und bildete sich in verschiedenen Themen fort. Jetzt arbeitet sie 20 Stunden die Woche im Online-Marketing einer Consulting-Firma. „Da bin ich Teil eines kleinen, eingespielten Teams. Da habe ich tolle Strukturen“, sagt sie.

„Und den Rest der Woche gönne ich mir weiter die Freiheit, da bin ich mein eigenes One-Woman-Team.“ Sie arbeitet selbstständig, als Fotografin, Community-Managerin, betreut unter anderem den Instagram-Account einer Bundestagsabgeordneten.

„Arbeit in einem tollen Team und die Selbstständigkeit, ich habe jetzt das Beste aus beiden Welten“, sagt Windoffer, die ihren Blog inzwischen eingestellt hat und Instagram, immerhin 108.000 Follower hat sie dort, nur noch nebenbei macht. Nur wie sie Spaß und Lust hat – ohne den Druck täglich besonderen Content, besondere Inhalte, liefern zu müssen.

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