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Münster verändert das Leben von Moira Gill

Jetzt tanzt sie wieder

Münster

Vor gut einem Jahr wurde die Wirbelsäule der heute 15-jährigen Irin Moira Gill während einer Operation im St. Franziskus-Hospital begradigt. Damals lernte sie nur das Krankenhaus kennen, jetzt wollte sie mit ihrer Familie die Stadt erleben, die ihr Leben verändert hat.

Marion Fenner  

Vor Freude tanzt Moira Gill (r.) mit ihrer Mutter auf dem Hubschrauber-Landeplatz des Franziskus-Hospitals. Moira besuchte mit ihren Eltern Alan (kleines Foto, r.) und Maxine (2.v.l.) und ihrer Schwester Aoife jetzt Münster, die Stadt, die ihr Leben veränderte. Darüber freuen sich vom St.-Franziskus-Hospital Prof. Dr. Ulf Liljenqvist (2.v.r.) und Mitarbeiter. Foto: Marion Fenner

Irish-Dance hoch oben über den Dächern von Münster auf dem Hubschrauber-Landeplatz des St.-Franziskus-Hospitals: Die 15-jährige Moira Gill tanzt gemeinsam mit ihrer Mutter, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Vor gut einem Jahr wäre das nicht möglich gewesen. Damals war ihre Wirbelsäule stark verkrümmt und die 15-Jährige konnte sich nur unter Schmerzen bewegen. Jetzt tanzt sie wieder.

Münster ist die Stadt, die das Leben von Moira Gill verändert hat. Dort wurde die an Skoliose erkrankte Jugendliche im November 2017 von Prof. Dr. Ulf Liljenqvist, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am Franziskus-Hospital, operiert. Nun ist die Wirbelsäule wieder perfekt in die richtige Form gebracht worden, Titanstäbe und Schrauben sorgen für Stabilität. Und natürlich für neuen Lebensmut. „Ich fühle mich gut und bin jetzt auch einige Zentimeter größer“, berichtet Moira. Nun hatte die Jugendliche Münster vor einem Jahr nur im Krankenhaus erlebt. Jetzt wollte sie die Stadt, die ihr Leben verändert hat, noch einmal besuchen. Zudem nutzt sie gemeinsam mit ihren Eltern Maxine und Alan Gill, und ihrer Schwester Aoife die Gelegenheit, Ärzten, Pflegern und Betreuern noch einmal Danke zu sagen, für die erfolgreiche Behandlung und liebevolle Betreuung.

Dass Moira in Münster operiert wurde, ist einer Kooperation mit dem staatlichen irischen Gesundheitsträger und dem St.-Franziskus-Hospital zu verdanken. „In Irland hätte das Mädchen etwa drei Jahre auf eine Operation warten müssen, so lang ist die Warteliste“, erklärt Liljenqvist. Der irische Gesundheitsträger hatte diese Kooperation europaweit ausgeschrieben, die münsterische Klinik erhielt den Zuschlag. Sechs irische Mädchen wurden mittlerweile erfolgreich behandelt.

Liljenqvist und sein Team waren zunächst in Irland, um die künftigen Patientinnen – Skoliose betrifft laut des Chefarztes überwiegend Mädchen – kennenzulernen. Kurz darauf kamen sie mit ihren Eltern nach Münster, und wurden dort operiert. Drei Monate später waren Liljenqvist und sein Team erneut in Irland, für eine erste Kontrolle. Für den Gegenbesuch haben sch der Wirbelsäulenexperte, Pfleger und andere Beteiligte extra Zeit genommen, um ihren ehemaligen Schützlingen samt Familie die Stadt zu zeigen – nicht nur vom Hubschrauber-Landeplatz aus.

„Moira ist jetzt gesund“, versichert der Mediziner, „sie kann 100 Jahre alt werden und zehn Kinder bekommen.“ Nur beim Kunstturnen werde es schwierig. Das will die junge Irin auch nicht, ihr reicht es, dass sie wieder tanzen kann.

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