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Aktion von Jägern und Naturschützern

Junge Greifvögel gerettet und aufgepäppelt

Münster

Tierdrama zwischen Werse und Kasewinkel: Ein Habicht hat ein Sperberweibchen getötet. In einer gemeinsamen Aktion von Jägern und Naturschützern wurden nun die Jungtiere des Weibchens gerettet.

Markus von Diepenbroick-Grüter (v.l.) soll zukünftig „auf dem kurzen Dienstweg“ Kontakt zwischen Münsters Jägern und Naturschützern halten; der Horst der Sperber-Familie, die dieses Drama erlebte, befindet sich in der Nähe der Werse; die jungen Sperber sind nach der Rettungsaktion gut genährt; Falkner Ralf Karthäuser (rechtes Foto, r.) und Hubert Große Lengerich (l.) vom Nabu brachten die drei Sperber-Waisen zurück zum Horst.  Foto: pd

Tierdrama zwischen Werse und Kasewinkel: Hier war ein Sperberweibchen von einem Habicht getötet worden, wie zahlreiche Federn unter dem Horst verrieten. Bei den Sperbern versorgen zwar beide Elterntiere den Nachwuchs, doch da das Greifvogel-Männchen („Sprinz“) wesentlich kleiner ist als das Muttertier, war der Sperber-„Vater“ mit der Aufzucht der sechs Küken im Horst überfordert, heißt es in einer Pressemitteilung.

Daher traten laut Mitteilung Nabu-Vertreter, Falkner und Jäger gemeinsam als Retter auf den Plan: Sie entnahmen dem Horst drei der kleinen Nestlinge und zogen sie einige Wochen von Hand auf, bis sie eine Größe erreichten, mit der sie sich bereits selbstständig in der Nähe des Nestes in der Baumkrone aufhalten konnten. Diese Wachstumsphase heißt „Ästlingsphase“.

Hilfe bei der Fütterung

Die übrigen drei Nestlinge konnte der Sperber ohne Hilfe versorgen. Der Jagdpächter des Reviers und seine Frau helfen dem Sperber nun bei der Fütterung und legen täglich rund um den Baum mit dem Horst Fleischstücke für die Jungen aus. In einigen Wochen sind die Jungsperber dann flügge und können selbst Beute jagen. Ohne die gute Zusammenarbeit von Jägerschaft, Falknern und Nabu wäre diese Rettungsaktion nicht geglückt, heißt es weiter.

„Das erfolgreiche Beispiel zeigt, wie Jäger und Naturschützer konstruktiv zusammenarbeiten können“, heißt es in der Mitteilung wörtlich. In Münster soll das zukünftig verstärkt geschehen: Die Kreisjägerschaft hat mit Markus von Diepenbroick-Grüter eigens einen Beauftragten für die Zusammenarbeit ernannt. Er will den Kontakt zu Münsters Naturschutzverbänden halten und gemeinsame Aktionen koordinieren.

Der Sperber ist ein heimischer Greifvogel, der meist im Wald lebt und jagt. Er ist extrem wendig und erreicht selbst zwischen dichten Bäumen hohe Fluggeschwindigkeiten. Er sieht dem Habicht sehr ähnlich, ist aber wesentlich kleiner. Seine weiße Brust ist dunkel quergebändert („gesperbert“).

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