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Kommentar

Kampfstiefel statt Flip-Flops am Aasee - das reicht nicht

Die Ordnungsbehörden sind zufrieden: Durch die Sperrungen am Aasee gab es zwei ruhige Nächte am Wochenende. Doch das reicht nicht, findet unser Autor Ralf Repöhler. Ein Kommentar.

Von Ralf Repöhler

Die Aaseewiese wird an den Wochenenden abends gesperrt. Foto: hpe

Ja, es war ruhig am Aasee. Ja, die Anwohner konnten nach brutal ausufernden Wochenenden endlich mal aufatmen. Das war wichtig! Ja, die erneut verschärften Maßnahmen mit dem Sperren der Aaseewiese ließen sich ohne Widerstände umsetzen. Die Einsatzstrategie ist voll aufgegangen – mehr aber auch nicht.

Die Stadt Münster hat – ausgerechnet nach monatelangem Corona-Lockdown – bei 30 Grad ihre größte innerstädtische Naherholungsfläche in den Abendstunden großflächig abgeriegelt. Das ist, auch wenn sich nun alle über die zwei friedlichen Sommernächte des vergangenen Wochenendes freuen, ein trauriges Bild. Polizisten der Hundertschaft stehen in Kampfstiefeln am Aasee-Ufer, wo Menschen in Flips-Flops den Sonnenuntergang genießen sollten. Und das wird auch in den kommenden vier Wochen freitags und samstags so sein.

Stadt und Polizei haben mit dem Sperren des Aasees und konsequenten Kontrollen aggressive Randalierer, die vor Körperverletzungen nicht zurückschreckten, zunächst vertrieben. Doch das reicht nicht! Der personelle Aufwand bleibt über Wochen hoch. Die Partyszene verlagert sich, am Wochenende in den Mittelhafen. Und für den Aasee fehlt ein grundlegendes Gesamtkonzept, das Sommernächte an den Kugeln möglich macht, Anwohner nicht um den Schlaf bringt und Menschen trotzdem nicht aussperrt. Nicht Ordnungsbehörden, sondern Politik und Stadt sind in der Pflicht. Und das seit Jahren.

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