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Hilfsorganisationen bilanzieren 2020

„Kein Jahr wie jedes andere“

Münster

Das Jahr 2020 hat die münsterischen Hilfsoranisationen stark gefordert. Das Problem: Es war in der Pandemie schwierig, Interessierte für die Ehrenamtliche Arbeit zu finden.

Von Helmut Etzkorn

Jahresbericht vorgestellt: (v.l.): Hannelore Böhnke-Bruns (DRK), Dirk Winter (ASB), Oberbürgermeister Markus Lewe, Markus Haubrich (Johanniter) und Tobias Jainta (Maltester). Foto: hpe

Corona hat auch bei den vier münsterschen Hilfsorganisationen so gut wie alles auf den Kopf gestellt. Weil Großveranstaltungen ausfielen, war der Sanitätsdienst kaum noch im Einsatz und auch die lebenswichtige Erste-Hilfe-Ausbildung konnte nur noch rudimentär durchgeführt werden. Statt rund 15.000 ausgebildete Ersthelfer im Jahr 2019 bilanzieren die Retter für 2020 nur gut 8000 Schulungen. „Auch das klappte nur, weil wir Konzepte immer wieder neu angepasst haben“, so Dirk Winter vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

„Wir versuchen, nun wieder Normalität reinzukriegen“, so Winter am Montag bei der Vorstellung der gemeinsamen Bilanz mit Oberbürgermeister Markus Lewe.

Engagement bei der Krisenbewältigung

Lewe: „in schwierigen Zeiten haben unsere Hilfsorganisationen ein Signal der Gemeinsamkeit gesetzt, mit viel Engagement bei der Krisenbewältigung geholfen und quasi einen Schutzschirm über die Bevölkerung unserer Stadt gespannt.“ Dynamisch, agil und flexibel hätten Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser und Arbeiter-Samariter sich den ständig wechselnden Herausforderungen der Pandemie gestellt.

Insgesamt sind rund 2000 Haupt- und Ehrenamtliche aktiv, die Zahl ist nahezu unverändert. „Um so wichtiger ist es jetzt, schnell wieder in den normalen Dienst zu kommen“, so Winter. Gerade junge Ehrenamtliche „lechzen danach, endlich wieder aktiv werden zu dürfen“, so der ASB-Chef. Nachdem die Organisationen seit April 2020 in den Regelrettungsdienst der Stadt fest eingebunden sind, laut Winter „ein Meilenstein“, will man bald mit der Ausbildung von Notfallsanitätern in den eigenen Reihen beginnen.

Entspannung bei Teststrategie

Bei der Teststrategie in Sachen Pandemie zeigt sich eine Entspannung ab. Weil aktuell kaum noch Nachweise gefordert sind, halbierte sich zuletzt die Besucherfrequenz in den mobilen Testzentren. Besonders herausfordernd war 2020 am 20. September die Massenevakuierung von rund 16.000 Menschen in Mauritz, weil dort mehrere Bombenblindgänger entschärft werden mussten. Rund 1000 Ehrenamtliche der Hilfsorganisationen waren im Einsatz.

Nun hofft man, bald wieder gemeinsam aktiv und damit für Helfer attraktiv werden zu können. Winter: „Die Pandemie lässt wieder mehr persönliche Begegnungen zu. Damit ist der Einstieg für Interessenten in dieses spannende Ehrenamt wieder gut möglich.“

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