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Explosion am Pulverschuppen

Keine Hinweise auf das Motiv

Münster

Einen Tag nach der schweren Explosion am „Pulverschuppen“ herrscht beim Kampfmittelbeseitigungsdienst große Bestürzung. Denn das Opfer der Explosion ist eine Mitarbeiterin der Dienststelle.

Helmut P. Etzkorn

In dieser Halle des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Arnsberg auf dem „Pulverschuppen“-Gelände an der Warendorfer Straße sprengte sich die Mitarbeiterin der Dienststelle in die Luft, links einer der zerstörten Dienstwagen. Foto: hpe

Am Morgen nach der Explosion in einer Fahrzeughalle des Kampfmittelbeseitigungsdienstes auf dem Gelände der ehemaligen „Pulverschuppen“-Kaserne an der Warendorfer Straße haben Experten von Landeskriminalamt, Kriminalpolizei Münster und Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen am Tatort fortgesetzt.

Bei dem Opfer, das sich in der Halle selbst in die Luft gesprengt hat, soll es sich nach Informationen unserer Zeitung um eine erfahrene Mitarbeiterin des Kampfmittelbeseitigungsdienstes handeln. Bestätigt wurde dies durch den Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Münster, Martin Botzenhardt, allerdings nicht. „Aus Rücksicht auf die Person gibt es dazu keine näheren Informationen“, so Botzenhardt.

Fremdverschulden ausgeschlossen

Fakt ist, dass der Wagen der Frau verschlossen vor der Halle stand. Die Zugangstür zum Gebäude selbst war beim Eintreffen der Feuerwehr von innen verriegelt. Die Explosion selbst wurde offenbar durch Sprengladungen ausgelöst, wie sie vom Kampfmittelbeseitigungsdienst eingesetzt werden, wenn eine Bombe nicht entschärft und deshalb vor Ort zur Detonation gebracht werden muss.

Als Mitarbeiterin hatte die Frau Zugang zu dem explosiven Material. Nähere Einzelheiten zum Hintergrund oder Motiv der Frau gibt es nicht, ein Fremdverschulden wird laut Staatsanwaltschaft Münster definitiv ausgeschlossen.

Schäden an Gebäude und Fahrzeugen

Durch die massive Explosion, die eine Zwischenwand zur Nachbarhalle zerstörte, wurde ein Folgebrand ausgelöst. Das Feuer beschädigte alle drei in der Halle stehenden Einsatzfahrzeuge schwer, Experten gehen von einem Totalschaden aus. Ob die Halle selbst wieder instand gesetzt werden kann, müssen Gutachter in nächster Zeit beurteilen. Das Dach ist stark beschädigt, ein Hallentor wurde durch die Wucht der Explosion 20 Meter weit weggeschleudert. Insgesamt dürfte der Sachschaden bei weit über 100 000 Euro liegen. Das nebenstehende Dienstgebäude der Kampfmittel­experten wurde nicht beschädigt, auch die Flüchtlingsunterkunft blieb verschont.

Bestürzung bei den Mitarbeitern

Bei den Mitarbeitern herrscht große Betroffenheit und Bestürzung, zum tragischen Tod der Kollegin äußern wollte sich verständlicherweise niemand.

Die Sprecherin der Bezirksregierung in Arnsberg, zuständig für die Kampfmittelbeseitigung in Westfalen-Lippe, Anna Carla Springob, will derzeit keine Informationen zu dem Vorfall in ihrer Außendienststelle in Münster geben.

Hinweis: Der Pressekodex sieht vor, dass über Suizide zurückhaltend berichtet wird. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Grund für die Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen. Daher werden wir nicht im Detail über den Vorfall berichten.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die undefined. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Ergänzend können Sie das Angebot der undefined (0251-519005) in Anspruch nehmen und dort bis zu zehn kostenlose persönliche Beratungstermine vereinbaren.

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