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Prozess

Kiloweise Cannabis – Drogenhandel im ganz großen Stil

Münster

Ein 30-jähriger Münsteraner muss sich seit Freitag vor dem Landgericht verantworten. Er soll 43 Kilogramm Cannabis erworben und anschließend für 215 000 Euro weiterverkauft haben.

-jaf-

Foto: dpa

Die Auswertung zahlreicher Chatprotokolle, Notizen und Sprachnachrichten hatte die münsterische Polizei Anfang des Jahres auf die Spur eines Drogenrings in der Stadt geführt. Gegen einen der mutmaßlich Beteiligten begann nun der Prozess vor dem Landgericht.

Der 30-jährige Angeklagte wollte sich am Freitag nicht zu den Vorwürfen einlassen und erklärte lediglich: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt Drogen angekauft oder verkauft.“ Da die Ermittlungen der Polizei zu anderen Ergebnissen gekommen waren, konzentrierte sich die erste Sitzung ganz auf die Ergebnisse der Ermittlungsbehörde, die von einem Beamten im Zeugenstand detailliert dargestellt wurden.

43 Kilo Cannabis eingekauft

Allein von Januar bis März soll der Beschuldigte 43 Kilogramm Cannabis im Wert von 125 000 Euro eingekauft haben, das er für mindestens 215 000 Euro weiterverkauft haben soll. Zu diesem Ergebnis sei der Polizist durch das Auswerten von Daten des Netzwerkes „EncroChat“ gekommen, das oft zur Planung von kriminellen Taten genutzt wurde.

Ermittler aus Frankreich hatten die Plattform infiltrieren und zahlreiche Daten nach Deutschland übermitteln können. Darunter sei auch die Auswertung dreier Handys aus Münster gewesen.

Polizei wurde schnell auf Verdächtigen aufmerksam

Der Polizist habe die Daten schnell drei Personen aus dem münsterischen Drogennetzwerk zuordnen können. „Ich war aus vergangenen Ermittlungen schon mit den Beteiligten und den Umständen vertraut“, begründete er die problemlose Identifikation. Mehrere Chatnachrichten sowie eine Schuldenliste hatten die Ermittler dann zu dem Angeklagten geführt.

Dieser war dort zwar nur mit Vor- oder Spitznamen aufgeführt, hatte in den Nachrichten aber auch seinen Arbeitgeber genannt. Über eine Überprüfung der dortigen Nummernschilder sei die Polizei schließlich auf den Verdächtigen aufmerksam geworden.

Nachname des Angeklagten nie gefallen

Durch die detaillierte Schuldenliste seien die Drogensorte, der Kaufwert und die Menge konkret nachvollziehbar, die gesicherten Chatverläufe könnten die Übergabetreffen bestätigen. Allerdings merkte der Verteidiger des Angeklagten immer wieder an, dass nie der Nachname seines Mandanten gefallen sei und bei weiteren verdeckten Ermittlungen in diesem Jahr keine zusätzlichen Bestellungen seinem Mandanten zuzuordnen seien.

Der Prozess wird am 25. August fortgesetzt.

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