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Missbrauchsfall Münster

Kinderschutzbund fordert Verbesserung

Münster

Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern wird Adrian V. und drei weiteren Männern vorgeworfen. Am Dienstag (6. Juli) will das Landgericht sein Urteil verkünden. Der Kinderschutzbund fordert zu diesem Anlass erneut verbesserten Schutz für Kinder. Und macht dazu konkrete Vorschläge.

Von Dirk Anger

Die Anklagebank im Hauptverfahren rund um den Missbrauchskomplex Münster; der Drahtzieher des Netzwerks von Pädosexuellen, Adrian V. aus Münster, verbirgt sein Gesicht hinter einem blauen Aktendeckel. Foto: Dirk Anger

Einen Tag vor der Urteilsverkündung im Missbrauchsprozess gegen den Münsteraner Adrian V., drei weitere Männer sowie Carina V., die Mutter des Haupttäters im Missbrauchskomplex, fordert der Kinderschutzbund (DKSB) Verbesserungen zum Wohl der Kinder. Aus Sicht des Landesverbandes NRW und des Ortsverbandes Münster machen „die erschütternden Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder Schwachstellen im Kinderschutz deutlich“.

„Lehrkräfte und andere Personen, die mit Kindern arbeiten, müssen zum einen viel besser im Bereich sexualisierter Gewalt geschult sein“, sagt Ewa Bäumer, pädagogische Leiterin der Beratungsstelle des hiesigen DKSB-Ortsverbandes Münster, in einer Pressemitteilung. „Sie sollten wissen, bei welchen Hinweisen von Kindern sie aufmerksam werden sollten und wie sie sich dann am besten verhalten.“

Schutzkonzepte seit Kurzem verpflichtend

Der Kinderschutzbund setzt sich nach eigenen Worten schon lange dafür ein, dass Einrichtungen und Organisationen Schutzkonzepte entwickeln. Damit soll unter anderem sexualisierte Gewalt möglichst verhindert oder früh erkannt werden, um schützend einzugreifen. In Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, die eine Betriebserlaubnis brauchen, ist die Entwicklung von Schutzkonzepten seit Kurzem verpflichtend.

Unterstützung für Schulen gefordert

„Auch für Schulen wäre eine solche eindeutige gesetzliche Verpflichtung sinnvoll“, ergänzt Renate Blum-Maurice, Mitglied des DKSB-Landesvorstandes. Bei der Entwicklung eines Schutzkonzeptes bräuchten sie dann aber intensive fachliche Unterstützung. „Darüber hinaus ist es wichtig, dass die zuständigen Behörden und Institutionen im Kinderschutz wirkungsvoller zusammenarbeiten“, so Renate Blum-Maurice weiter.

Der seit November 2020 laufende Prozess gegen Adrian V. geht mit dem 53. Verhandlungstag am Dienstag zu Ende. Die Urteil wird um 9 Uhr verkündet. Plätze für Zuschauer gibt es wegen coronabedingter Einschränkungen nur in kleinster Zahl.

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