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Friedensmahl des Integrationsrates

Klare Absage an Rassismus

Münster

Das Friedensmahl verfolgt eine einfache Idee: Menschen unterschiedlicher sozialer, kultureller und religiöser Prägung kommen an einem Tisch zusammen. Am Samstag feierte es seine 14. Auflage – in einem globalen Kontext, der wie gemalt war für die Grundintention der Veranstalter.

Von Wolfram Linkeund

Maria Adela Salinas, Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt Münster, begrüßte am Samstag die Teilnehmer des 14. Friedensmahls, zu dem der Integrationsrat, der Verein der Friedensinitiativen in Münster, die christlichen Kirchen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in den Innenhof des Stadthauses II eingeladen hatten. Foto: Wolfram Linke

„Wir feiern heute den Frieden in Münster, und dazu gehören auch Dialog und Diversität“, begrüßte Maria Adela Salinas, Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt Münster, am Samstag die Teilnehmer des mittlerweile 14. Friedensmahls im Innenhof des Stadthauses 2.

Zu der Veranstaltung, die im Rahmen der aktuell laufenden interkulturellen Wochen stattfand, hatten der Integrationsrat, der Verein der Friedensinitiativen in Münster, die christlichen Kirchen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Teilnehmer unterschiedlichster sozialer, kultureller und religiöser Prägung eingeladen.

Asylsuchende bringen auch „Reichtum“ mit

Salinas unterstrich in ihrer Rede, dass Asylsuchende auch „Reichtum“ mitbringen: „Sie kommen, weil sie Frieden suchen und sich ein neues Leben aufbauen wollen. Sie bringen ihre Kultur und Arbeitskraft mit“, erteilte sie Rassismus und Diskriminierung eine klare Absage.

Zu den Gästen gehörte auch Christoph Strässer, unter anderem Mitglied des Kuratoriums von „Aktion Deutschland hilft“, des Bündnisses der Hilfsorganisationen und des Deutschen Instituts für Menschenrechte. In seiner Begrüßung betonte er, dass Asylsuchende keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung seien.

200 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Mit Blick auf den latenten Rassismus, der längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei, machte er die Ursachen dafür aus: „Weltweit sind 20 Millionen Menschen auf der Flucht. 800 Millionen leiden Hunger und haben keinen direkten Zugang zu Wasser, 750 Millionen leben in akuter Armut. Da darf man sich nicht wundern, dass sich diese Menschen auf den Weg machen“, appellierte er für eine Bekämpfung dieser Zustände.

Dass vereintes Handeln auch von Erfolg gekrönt sein könne, habe die „Aktion 302“ in Münster bewiesen. In einem Schulterschluss über alle Parteigrenzen hinweg hatte sich die Stadt gemeinsam mit mehreren Initiativen für den Verbleib von 302 Roma eingesetzt, denen die Abschiebung in den Kosovo drohte. „Das zeigt, was möglich ist, wenn alle zusammenarbeiten“, zog Strässer sein Fazit.

Friedensmahl fiel wegen Corona kleiner aus

Zu guter Letzt stellte Malte Wulfinghoff, Bildungsreferent für globales Lernen beim „Eine Welt Netz NRW“, das neue Netzprojekt „In andere Länder hüpfen“ vor. Begleitet von zwei Musikern ging‘s dann aber erst einmal ans Friedensmahl, das coronabedingt in kleiner Auflage nicht im Rathausinnenhof stattfand.

Die Interkulturellen Wochen „Offen geht“ laufen noch bis zum 9. Oktober, das Programm steht unter:

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