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Stoffers übergibt Website ans Stadtarchiv

Klicks für die Ewigkeit

Münster

Der Publizist Henning Stoffers hat knapp zehn Jahre lang eine Website mit historischen Beiträgen zu Münsters Stadtgeschichte betrieben. Nun übergibt er sie ans Stadtarchiv. Doch so ganz zieht sich der 77-Jährige nicht zurück.

Von Pjer Biederstädt

Henning Stoffers (r.) hat am Montag in der Speicherstadt seine Website „sto-ms.de“ an Michael Jerusalem vom Stadtarchiv Münster übergeben. Foto: Pjer Biederstädt

Nun ist vereint, was zusammengehört: Henning Stoffers hat seine Homepage zur Stadtgeschichte Münsters (sto-ms.de) am Montag an das Stadtarchiv übergeben.

Vor knapp zwei Jahren hatte der Publizist bereits seine analoge Sammlung mit rund 2800 Ansichtskarten, 4000 Fotos, 15 000 Bilddateien, Büchern, Stadtplänen und vielem mehr abgegeben. Die Münsterländische Bank Thie & Co hatte sie erworben und dem Stadtarchiv als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Dort, in der Speicherstadt in Coerde, sind Stoffers Sammlungen nun vereint.

850.000 Seitenaufrufe in neun Jahren

Ab dem Jahr 2013 stellte Stoffers seine Beiträge – meist aufgehangen an historischen Fotos – ins Netz. 400 000 Besucher sorgten seitdem für 850 000 Seitenaufrufe. Das Interesse der Münsteraner an den Geschichten rund um die Geschichte ihrer Stadt wuchs stetig – von 5000 Seitenaufrufen pro Jahr auf über 100 000 im Jahr 2021. Die meistgelesene Geschichte (13 000 Aufrufe) war „Die Körbe der Täufer“ über die Eisenkörbe am Lambertikirchturm.

Damit fing alles an: Als Henning Stoffers diese Postkarte vom Gauhaus der NSDAP am Aasee von 1938 in die Finger bekommt, beginnt seine Sammelleidenschaft. Foto: Münsterländische Bank Thie & Co.

Seinen Newsletter verschickte er per E-Mail an 1150 Leser, bei denen er sich jetzt verabschiedete. Zurück kam eine Flut von Danksagungen. „Die Resonanz war überwältigend“, sagt Stoffers. Sogar aus Australien habe ihm eine Münsteranerin geschrieben. Für sie seien seine Beiträge die Verbindung zu ihrer Heimat gewesen.

Neue Homepage

Doch warum aufgeben, was so erfolgreich ist? „Ich will mich deutlich zurücknehmen“, sagt Stoffers. Der 77-Jährige hat viele Stunden investiert: „Wenn Sie meine Frau fragen: zu viele.“

Ihn freut, dass das Stadtarchiv die Homepage unter gleicher Adresse übernimmt. „Für die Nutzer ändert sich im Grunde nichts“, sagt Michael Jerusalem vom Stadtarchiv. Fortgeführt werde die Seite allerdings nicht.

Doch ganz aufhören will Stoffers nicht. „Die Katze lässt das Mausen nicht“, sagt er. Auf seiner neuen Homepage (henningstoffers.de) sei Platz für die Malerei seiner Frau und für Geschichtliches, wenn es ihn doch mal in den Fingern juckt.

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