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Landwirte protestieren

Klöckner bei Bauern-Demo: „Es geht um den Schutz des Grundwassers"

Münster

Ein Berufsstand begehrt auf: 6000 Landwirte aus ganz Deutschland haben am Donnerstag in Münster gegen strengere Auflagen durch die EU protestiert. Konkret geht es um die erneute Verschärfung der Düngeverordnung, durch die die Nitratbelastung im Grundwasser gesenkt werden soll. 

Frank Polke

Landwirte protestieren am Donnerstag in Münster. Foto: Wilfried Gerharz

Allein aus dem Münsterland waren 1500 Teilnehmer an der von den Berufsverbänden organisierten Kundgebung nach Münster gekommen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die anders als Umweltministerin Svenja Schulze der Einladung gefolgt ist, warb um einen Kompromiss. „Es geht um den Schutz des Grundwassers, es geht aber auch um die Zukunft des bäuerlichen Berufsstandes", sagte die CDU-Politikerin bei der Kundgebung auf dem Domplatz.

Pfiffe und Beifall für Klöckner

Sie war zuvor teilweise mit Pfiffen, aber auch vereinzelt mit Beifall begrüßt worden. Klöckner kritisierte eine Doppelmoral in vielen gesellschaftlichen und politischen Debatten. „Landwirte werden pauschal zu Buhmännern gemacht, sind Tierquäler oder Klimakiller. In den Sonntagsreden wird dann aber der Wunsch nach regionalen Produkten geäußert." Aber auch die Landwirte müssten sich ihrer Verantwortung für eine zu hohe Belastung der Böden und des Wassers stellen. „Der Rechtsstreit mit der EU über die Düngeverordnung geht seit 2012, ich habe dieses Problem nur geerbt. Eine Einigung ist auch am Widerstand der Bauernverbände gescheitert."

„Eine Trendumkehr wird das nicht bringen"

Konkret kündigte Klöckner an, die 700 Messstellen fachlich und örtlich zu überprüfen, da einige Ergebnisse doch verzerrt dargestellt würden. „Eine Trendumkehr wird das aber nicht bringen." Im Pressegespräch kündigte sie eine Konferenz aller Landwirtschafts- und Umweltminister schon in der kommenden Woche an. Deutschland zahlt seit April erhebliche Strafen wegen des Vertragsverletzungsverfahrens im Zusammenhang mit der Düngeverordnung.

Zuvor hatten sowohl der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Johannes Röring, als auch sein Amtskollege aus dem Rheinland, Bernhard Conzen, vor einem weiteren Strukturwandel im Bereich der Landwirtschaft durch strengere Auflagen gewarnt.

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