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„Internationaler Tag der Pflegenden“

Krankenschwester Meike Ista ist „Botschafterin der Pflege NRW“

Münster

Meike Ista liebt ihren Job als Krankenpflegerin – aber er ist hart, und das macht ihr mitunter zu schaffen. Weil all das zu sehen war, als Pro 7 eine Schicht live begleitete, wurde Ista am Mittwoch zur „Botschafterin der Pflege NRW“. Der „Internationale Tag der Pflegenden“ war zugleich die Gelegenheit, die Sorgen der Branche zu thematisieren.

Gunnar A. Pier

Ihr Job ist stressig, aber sie behält gute Laune: Meike Ista wurde Mittwoch zur „Botschafterin der Pflege NRW“ gekürt. Foto:

Die Fernsehsendung dauerte sieben Stunden – die Wirkung hält noch weiter an: Pro 7 hat neulich eine komplette Schicht von Meike Ista, Gesundheits- und Krankenpflegerin im Knochenmarktransplantationszentrum der Uniklinik in Münster, live begleitet. Am Mittwoch zeichnete der „Errichtungsausschuss der Pflegekammer NRW“ sie dafür als „Botschafterin der Pflege NRW“ aus.

Den „Internationalen Tag der Pflegenden“ nahm der Errichtungsausschuss zum Anlass, auf sich und die Bedeutung der Pflege aufmerksam zu machen. „Die berufliche Pflege wurde über Generationen herabgewirtschaftet“, befand die Vorsitzende Sandra Postel. „Viele Kollegen wollen nicht mehr.“ Schlechte Bezahlung, Personalmangel und fehlende Anerkennung vermiesten ihnen den Beruf, den sie eigentlich so liebten.

Zwiespalt

Dieser Zwiespalt sei auch in dem Pro-7-Spezial deutlich geworden. „Wir brauchen nicht nur die Darstellung, wie schlimm es ist, sondern auch die Darstellung, wie es wirklich ist“, formulierte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Mittwoch. Es sei Meike Ista gelungen, die ganze Bandbreite des Pflegeberufs zu zeigen.

Dass die Bedingungen für Pflegende verbessert werden müssten, sei ihm klar. „Ich habe festgestellt: Die Pflege sitzt nie mit am Tisch, wenn entschieden wird.“ Im Gemeinsamen Bundesausschuss etwa, dem höchsten Beschlussgremium, säßen nur Krankenkassen, Ärzte und Krankenhäuser. „Und die Krankenhäuser schicken ja nicht ihren Pflegedienstleiter, sondern den Kaufmännischen Direktor.“

Es kommt eine Kammer

Deshalb begrüße er, dass das neue Gremium mit dem hölzernen Titel „Errichtungsausschuss“ die Gründung einer Kammer in Nordrhein-Westfalen vorbereite, „damit die Pflege ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nimmt“.

Was ist gerechter Lohn?

Gerechten Lohn etwa. „Das ist übrigens keine politische Sache. Gerechter Lohn ist Tariflohn“, befand der Minister. Also ein Lohn, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt haben. Noch vor der Bundestagswahl wolle er durchsetzen, dass künftig nur jene Firmen mit der Pflegekasse abrechnen können, die Tariflohn zahlten. „Wie es bisher läuft, geht mir auf den Keks.“

Mangel an Personal, Vergütung und Anerkennung nannte auch Meike Ista als wichtigste Baustellen. „Damit wir nach der Schicht mit einem guten Gefühl nach Hause gehen können, ist es wichtig, dass es uns möglich war, die Patienten professionell zu versorgen.“

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