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Corona

Krisenstabsleiter warnt vor Verharmlosung von Omikron-Variante

Münster

Die Krankheitsverläufe, die Omikron auslöst, sind weniger dramatisch. Dennoch warnt Münsters Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer vor einer Verharmlosung der Corona-Variante - vor allem mit Blick auf die aktuell angespannte Lage in den Krankenhäusern.

Prof. Dr. Alex Friedrich, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Münster, beschreibt die Situation in Münsters Krankenhäusern als "angespannt". Foto: dpa (Symbolbild)

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer hat in der Sitzung des Gremiums am Mittwoch vor einem leichtfertigen Umgang mit der Omikron-Variante gewarnt. "Auch wenn die Krankheitsverläufe weniger dramatisch als bei anderen Covid-Varianten zu sein scheinen, so sind die Herausforderungen für die Pandemiebekämpfung insgesamt keineswegs kleiner", so Heuer in einer städtischen Pressemitteilung.

Prof. Dr. Alex Friedrich, neuer Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Münster, unterstrich Heuers Warnung. So sei die Auslastung der Krankenhausbetten mit Corona-Patienten im Vergleich zu früheren Pandemie-Phasen aktuell zwar moderat, wie es in der Mitteilung heißt. Gleichzeitig sei der Engpass beim Pflegepersonal jedoch größer, u.a. weil sich wegen der hohen Inzidenzen aktuell mehr Krankenhausmitarbeiter als früher mit der extrem ansteckenden Virusvariante infizieren.

Angespannte Lage in den Krankenhäusern in Münster

Diese müssen sich selbst isolieren und können folglich nicht zur Arbeit kommen und Kontaktpersonen mit Krankheitssymptomen müssen in Quarantäne. Im Ergebnis sei die Lage in den Krankenhäusern derzeit deshalb angespannter, als die bloße Betrachtung der Hospitalisierungsquote es suggeriere.

Zudem wurde in der Diskussion der Experten im Krisenstab deutlich, dass die These von der angeblich harmloseren Omikron-Variante möglicherweise auch in anderer Hinsicht wackelt. In Bremen beispielsweise werde aktuell mit Sorge beobachtet, dass die Aufnahme von Covid-Patienten in den dortigen Krankenhäusern stark zunehme, obwohl die Bevölkerung in Bremen weit überdurchschnittlich gut durchgeimpft ist, wie es heißt.

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer

"Offenbar gibt es noch nicht genug Datenmaterial, um den Verlauf von Omikron-Infektionen und deren Wechselwirkung mit Grunderkrankungen zuverlässig einschätzen zu können", teilt die Stadt mit. Heuer: "Angesichts der sehr hohen Inzidenzzahlen, die wir derzeit in Münster haben, warne ich davor, Omikron auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir müssen vor allem für ältere Menschen sicherstellen, dass ihr Immunschutz auch in den kommenden Monaten ausreicht."

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