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Diskussion über WM im Preußen-Stadion

Kritischer Anstoß mit Schulze im Roten Salon

Münster

Im Preußen-Stadion rollte am Sonntag zwar nicht der Ball, aber Svenja Schulze, SPD-Bundestagsabgeordnete für Münster und Bundesentwicklungsministerin, gab den Anstoß für eine kritische Debatte rund um die WM in Katar.

Von Ulrich K. Coppel

Markus Beeko von Amnesty International Deutschland (v.l.), Christoph Strässer, früherer Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, Svenja Schulze, Bundesentwicklungsministerin, Fabian Schulz, Co-Vorsitzender der SPD Münster, und Dr. Sebastian Sons, Experte für die arabischen Golfmonarchien, diskutierten über die WM in Katar. Foto: Jana Wind

Sonntagnachmittag: Anpfiff der WM in Katar. Sonntagvormittag sorgte Svenja Schulze, SPD-Bundestagabgeordnete für Münster und Bundesentwicklungsministerin beim „Roten Salon“ im Preußen-Stadion für einen Einstieg in das Thema. Schulze diskutierte mit prominenten Gästen das Thema: „Um jeden Preis? Die WM in Katar – Zur Rolle von Menschenrechten, internationaler Politik und gesellschaftlicher Verantwortung im Sport“.

Preußen-Präsident Christoph Strässer moderierte die Talkrunde. Strässers Wort hat beim Thema Menschenrechte und Sport gleich doppeltes Gewicht. Der Sportfunktionär, zugleich ehemaliger Sprecher der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, kritisierte massiv die Haltung der FIFA. Dr. Sebastian Sons, Experte für die arabischen Golfmonarchien und Buchautor, konterte: „Die WM in Katar bietet ein riesiges Potenzial für Soft-Power- Diplomatie.“ Es gebe zahlreiche wirtschaftliche Beziehungen zwischen Katar und dem Westen.

Amnesty drängt auf nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Katar

Markus Beeko, Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, forderte, die Aufmerksamkeit anlässlich der WM müsse unbedingt dazu genutzt werden, auf nachhaltige Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen in Katar zu drängen. Auch er sieht die Wirtschaft als Hebel und nennt einen weiteren Blickwinkel: „Angesichts der laufenden Debatte wundere ich mich, wie gut die Sponsoren bisher davonkommen.“ Sons mahnte bei den Forderungen nach Verbesserungen bei den Menschenrechten, die kulturell unterschiedlichen arabischen und afrikanischen Befindlichkeiten nicht außer acht zu lassen.

Svenja Schulze verwies auf die in der internationalen Politik längst vereinbarten Weltnachhaltigkeitsziele. Diese seien die Grundlage für den jetzt notwendigen internationalen Druck auf erforderliche nachhaltige Verbesserungen bei den Menschenrechten.

Abschließende Publikumsdiskussion

In der abschließenden Publikumsdiskussion führte eine Bemerkung alle Anwesenden auf den Boden lokalpolitischer Debatten: „Wie wäre es, wenn wir eines der nach der WM wieder zurückgebauten neuen Stadien einfach hierher schaffen könnten?“

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