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„Relations“ im Krameramtshaus

Kunst aus „Afropa“ verblüfft die Sinne

Münster

Eine Ausstellung des belgisch-deutschen Künstlers Steve C.E. Knoll ist bis zum 18. Juni im Krameramtshaus zu sehen. Seine kongolesischen Wurzeln haben Knoll zu einem Gedankenexperiment angeregt.

Bilder von Steve Knoll sind im Krameramtshaus zu sehen. Foto: spe

„Woher kommen Sie, junger Mann?“ Aus Bielefeld. „Haha, das gibt es ja gar nicht! Im Ernst: Woher kommen Sie WIRKLICH?“ Was soll Steve E. C. Knoll da sagen? Dass er zwar kongolesische Wurzeln hat, aber trotzdem nie im Kongo war? Dass er seit acht Jahren in Münster lebt, in Brüssel Familie hat und wirklich in Bielefeld geboren wurde? Dass ihm dieser unterschwellige Rassismus ständig begegnet?

Nein, Steve Knoll ist Künstler. Er beantwortet die Frage nicht, er gibt sie weiter. In seiner ersten Einzelausstellung im Krameramtshaus mit dem Titel „Relations“ — was sowohl Verhältnis als auch Verwandtschaft bezeichnet — setzt er sich mit „afropäischer“ Interkulturalität auseinander. Gezeigt werden eine Installation und 16 Acrylbilder.

Malerei, die wie ein Foto wirkt

Malerei? Aber das sind doch Fotos  .  .  . Ja klar, und Bielefeld gibt es nicht! Man muss sehr genau hinsehen: Es ist gezeichnete Malerei von subtiler Qualität, aus großer Entfernung erinnert sie an Schwarz-Weiß-Bilder aus alter Zeit, bei näherem Studium sind Szenen aus Afrika zu erkennen . . .

Wieder falsch. Die Bilder sind in Matonge, Brüssels afrikanischem Viertel entstanden. Auch sehr persönliche Familienbilder sind dabei. Das ab­strakte Schwarz-Weiß nimmt den Szenen jene schillernde Farbigkeit, die gemeinhin so gerne in Afrika vermutet wird.

Vergoldete Plastikstühle

In der Mitte des Raumes stehen vier Plastikstühle. Nicht hinsetzen, es ist Kunst. Diese Stühle mögen billig wirken, in Afrika sind sie Standard – und auf einigen der Bilder wiederzuentdecken. Für Knoll haben sie etwas Familiäres. Er hat sie vergoldet.

Die Ausstellung „Relations“ wird vom Kunstamt im Krameramtshaus am Alten Steinweg präsentiert; bis zum 18. Juni montags his freitags von 14 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr.

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