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„Transit“ auf dem Gelände der York-Kaserne

Kunst und Umgebung im Einklang

Münster-Gremmendorf

Bei der Veranstaltung „Transit“ des Vereins „Reset“ hatten sich Künstler von den Panzergaragen der ehemaligen York-Kaserne in Gremmendorf inspirieren lassen – und erklärten ihre Gedankengänge am Wochenende den Besuchern live.

Von Julian Alexander Fischer

„Transit“-Besucherinnen begutachten das Werk „Trittstein“ von Robin Ortgies. Foto: Julian Alexander Fischer

Die Panzer haben das Areal der ehemaligen York-Kaserne in Gremmendorf schon lange verlassen. Doch die Garagen der Kampffahrzeuge erschienen an diesem Wochenende wie gemacht für einen ganz anderen Zweck. Bei der Veranstaltung „Transit“ des Vereins „Reset“ wurde die Stimmung des Ortes in verschiedenen Kunstwerken so wiedergegeben, dass es teilweise so wirkte, als ob Kunst und Raum miteinander verschmelzen.

„Es ist richtig interessant, wie hier mit dem Raum gearbeitet wird. Da entdeckt man ganz neue Dimensionen“, zeigte sich Petra Schlumbohm begeistert. Gemeinsam mit sechs weiteren Besucherinnen nahm sie am Sonntagnachmittag an einer Führung durch vier Garagen mit verschiedenen Kunstprojekten teil.

Was ist Kunstobjekt, was Inventar?

Vor allem die Ausstellung des Künstlerkollektivs „Raumformen“ nutzte den vorhandenen Raum so geschickt, dass bei den Gästen die Frage aufkam, was Teil des Inventars und was Teil der Kunstprojekte ist. Teilweise traf auch beides zu, wie bei Franziska Klötzlers „Einfriedung“. Sie nutzte einen umgestürzten Bauzaun, der in einer Ecke des Raumes lag, bespannte ihn mit einer Folie und bemalte diese letztlich. Die dystopische Stimmung der verlassenen Anlage konnte so eingefangen werden.

„Wir wollen immer auf den Ort regieren, an dem wir ausstellen. Deswegen haben wir immer Arbeiten, die nur für den Raum gemacht sind oder speziell dafür verändert werden“, erklärte Lena Dues, die ihre Werke mit fünf anderen Künstlern ausstellte und die Kleingruppen mit vielen Hintergrundinformationen versorgte. „Es war sehr spannend, dass die Künstler selbst vor Ort sind und ihre Überlegungen zu den Kunstwerken teilen. Man kann quasi einem Hirn beim Arbeiten zuschauen“, meinte Tina Hansen.

Besonderer Klang in den Garagen

Eine Garage weiter nutzte eine Videoinstallation vor allem den Klang des weiten Raumes. Zwei Komponisten hatten sich zum gleichen Film eine musikalische Untermalung überlegt, die den Besuchern nacheinander präsentiert wurden. Die teils sehr gewaltigen und bedrohlichen Klänge erreichten die Zuschauer durch die verlassenen Räumlichkeiten umso intensiver.

So war nicht nur die Kunst ein echtes Highlight, sondern auch der Ort an sich. „Ich kannte die York-Kaserne noch gar nicht. Die Szenerie macht die Kunst noch persönlicher und erschafft eine sehr besondere Atmosphäre“, fand Hiltrud Gäschke. Das sahen offensichtlich auch viele andere so. Von Freitag bis Sonntag waren fast alle Führungen ausgebucht, sodass die Einheit von Kunst und Raum für viele Menschen erfahrbar wurde.

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