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Traditioneller „Rundgang“ im neuen Gewand

Kunstakademie kommt in die Stadt

Münster

In diesem Jahr veranstaltet die Kunstakademie keinen Rundgang. Aber sie veranstaltet „KEINrundgang 21“, sozusagen als kreativen Umgang mit Corona . . .

Von Martin Kalitschke

Der Rundgang, die traditionelle Ausstellung der Kunstakademie auf dem Leonardo-Campus, muss in diesem Jahr ausfallen. Alternativ gibt es vom 9. bis 16. Juli zahlreiche im Stadtgebiet verteilte Aktionen sowie Kunst im Netz. Foto: Grafik: Lisa Stetzkamp

Für die Studierenden der Kunstakademie bedeutet die Corona-Pandemie eine Zeit schmerzhafter Beschränkungen. Nicht nur, dass die praktischen Studienanteile in den Ateliers und Werkstätten seit dem letzten Sommersemester nur stark eingeschränkt bis gar nicht stattfinden konnten. Auch der traditionelle „Rundgang“, die Großausstellung der Studierenden, die jedes Jahr im Februar an die 10 000 Kunstinteressierte an den Leonardo-Campus zieht, musste für 2021 pandemiebedingt abgesagt werden.

„Neue Orte und Möglichkeiten zu finden, digital als auch real, wurde unsere Herausforderung“, sagte sich ein Team um Professorin Suchan Kinoshita und Professor Aernout Mik, und weiter: „Es ist uns gelungen, mit den Begrenzungen umzugehen, und dabei sind interessante Hybride entstanden zwischen Erdachtem, das auch realisiert werden kann, und Fantasiertem, das niemals realisiert werden soll.“

Ein eigenständiges Konzept

Das Ergebnis ist der „KEINrundgang 21“. Mit dieser Titelgebung soll deutlich gemacht werden, dass es sich um ein eigenständiges Konzept handelt und nicht um das übliche Ausstellungsformat, welches mit fixen Erwartungshaltungen des Publikums verknüpft ist.

Der „KEINrundgang“ findet zum einem auf der eigens geschaffenen Website www.kr21.de statt, auf der digitale und virtuelle Arbeiten sowie Live-Streams präsentiert werden und die zugleich als zentraler Informationspunkt für das Programm dient, welches durchaus noch im Fluss ist.

Performances, Gruppenausstellungen, Filmprogramme

Zum anderen finden vom 9. bis zum 16. Juli im Stadtraum Projekte statt, die den Sprung von der Idee in die Realisation geschafft haben. Wie schon bei der Planung, soll dabei das Lebendige und Prozesshafte im Vordergrund stehen. Performances, Gruppenausstellungen, Filmprogramme, Soundarbeiten, Installationen, interaktive Happenings und mehr warten darauf, besucht und entdeckt zu werden. Ebenso bunt ist die Zusammensetzung der Spielorte, zu denen die Kunsthalle Münster, der Hafen, die B-Side, das Pumpenhaus, das Schlosstheater, die Promenade, der Wienburg- und der Schlosspark, die Wiese am Juridicum, das Factory-Hotel, die Volksbank an der Neubrückenstraße, das Landgericht, die Ateliergemeinschaft Schulstraße und der Wewerka-Pavillon gehören.

Auch das ehemalige Ladenlokal von „Kösters – Das Haus für Wohnkultur“ am Prinzipalmarkt 45 wird zum Pop-up-Ausstellungsraum, in dem verschiedene Arbeiten und Projekte gezeigt werden. Die alternative Nutzung des Stadtraums – wie in diesem Beispiel durch einen temporären Kunstort – wird möglich durch das neue Zentrenmanagement. In dem Bündnis arbeiten Münster Marketing, die Initiative Starke Innenstadt (ISI) und die Wirtschaftsförderung zusammen mit dem Ziel, Münsters Innenstadt vielfältiger, einladender und attraktiver zu gestalten.

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