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Marienschülerinnen stellen am Hawerkamp aus

Kunstprojekt mit Studenten aus Texas

Münster

Zwischen Migrationsgeschichten und Super-Mario: Am Hawerkamp stellen Schülerinnen der Marienschule ihre Arbeiten aus. Inspiriert wurden sie durch einen virtuellen Texas-Austausch.

Von Wolfgang A. Müller

Die Objekte in der Ausstellungshalle am Hawerkamp sind Zeugnis eines Atlantik-überspannenden Kunstprojekts. Foto: Wolfgang A. Müller

Kunst ist und braucht Kommunikation, ist Anne Kückelhaus überzeugt. Die Kunstlehrerin an der Marienschule schickte darum ihren Leistungskurs der Jahrgangsstufe Q1 zu einem Austausch nach Texas. Zwar nur virtuell – aber dafür mit eindrucksvollen Resultaten, denen die Ausstellungshalle am Hawerkamp am Wochenende eine große Bühne beschert.

Früher seien es Brieffreundschaften gewesen, heute ermöglichen Plattformen wie Zoom ein noch direkteres Kennenlernen über große Distanzen. Für das Projekt „Ich sehe was, was Du nicht siehst / I see something, you don‘t see“ wurden Kückelhaus‘ Schülerinnen und Schüler Kunststudierende der University of Texas at Arlington zugelost. Aus diesen Begegnungen entstanden auf beiden Seiten des Atlantiks jeweils 20 Arbeiten, die etwas über eine Person erzählen. Über einen Wesenszug, ein Hobby, Äußerlichkeiten, Standpunkte, Prägungen. Bisweilen auf Markantes zugespitzte, kreativ verschlüsselte oder abstrahierte Ausschnitte der Wahrnehmung des anderen.

Migrationsgeschichten und Super-Mario

Gruppiert an einer Wand hängen großformatige Fotos der Arbeiten der Amerikaner. Da es sich hier um eine Malereiklasse handelt, überwiegen zweidimensionale Werke, vom Fotorealismus bis hin zu purer Symbolik.

Die freie Materialwahl ihrer münsterischen Partner führt diese dagegen zu äußerst vielfältigen Ausgestaltungen. Auf einer Mauer aus Betonsteinen tänzeln, sich gegenseitig ausbalancierend, zwei hölzerne Gliederpuppen, inspiriert von der Biografie einer aus Mexiko stammenden Studentin und ihrer kulturellen Zerrissenheit. Eine Migrationsgeschichte illustriert auch eine sechsminütige Animation, die einen gebürtigen Vietnamesen langsam alternd in USA-typische Skylines setzt. Ein begeisterter Zocker findet sich als Super-Mario auf einem Ensemble von Gameboy-Cartridges wieder. Über einen Würfel mit Herzschlag, eine textile Skulptur mit Achselhaaren und Schwangerschaftsstreifen, den personalisierten Rucksack eines Reiselustigen am Kleiderständer, einen schlauchähnlichen Vorhang, der einen Rückzugsraum in eine Fantasiewelt sanft umhüllt, wachen zwei übers Eck montierte, riesige Augen und das sloganeske Wortspiel „Eye see ART, where you don‘t see“: Das ist nicht zu viel versprochen.

„Ich sehe was, was Du nicht siehst / I see something you don‘t see“, Ausstellungshalle am Hawerkamp 31, bis zum 27. Juni, Öffnungszeiten am Samstag 15 bis 19 Uhr, am Sonntag 12 bis 18 Uhr.

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