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Rat stimmt gegen Logistikzentrum

Lager für Jodtabletten und Feldbetten kommt vorerst nicht

Münster

Der Rat hat gegen den Antrag der CDU gestimmt, mit der neuen Hiltruper Feuerwache ein Logistikzentrum mit zu planen. In einem solchen Zentrum soll künftig unter anderem für den Zivilschutz erforderliches Material gelagert werden.

Von Martin Kalitschke

Im geplanten Logistikzentrum sollen unter anderem 1000 Feldbetten eingelagert werden. Foto: dpa

In den Tagen vor der Ratssitzung hatte Dezernent Wolfgang Heuer die Fraktionen besucht und für ein Logistikzentrum neben der künftigen Feuerwache 3 in der Hohen Geest in Hiltrup geworben. Am Mittwoch sprach sich der Rat einstimmig für den Bau der Wache aus, nachdem sich zuvor Vertreter verschiedener Parteien in Selbstkritik geübt hatten. Man hätte, hieß es fraktionsübergreifend, die Bevölkerung im Vorfeld besser einbinden müssen.

Der Antrag der CDU, mit der Wache gleich das Logistikzentrum mit zu planen, erhielt indes keine Mehrheit. Ein solches sei „eine wichtige Aufgabe für die Zukunft“, so Grünen-Ratsherr Robin Korte. Wie Jörg Berens (FDP) verwies er auf kommende Haushaltsberatungen. Bis dahin werde man irgendwo „fünf bis sieben Millionen Euro finden müssen“, so Berens.

Aufgabenschwerpunkt Gefahrenabwehr

Die Feuer- und Rettungswache 3 soll den Aufgabenschwerpunkt „Gefahrenabwehr von atomaren, biologischen und chemischen Gefahrstoffen“ übernehmen. „Zur Abwehr bei besonderen Schadenslagen werden spezielle Gerätschaften benötigt, die nicht standardmäßig auf den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr oder der anderen Gefahrenabwehr-Organisationen in Münster vorhanden sind“, so Heuer. Das Logistikzentrum sei für den Katastrophenschutz der Stadt Münster wichtig, da hier Kompetenzen und Logistik gebündelt und Lücken in der Gefahrenabwehr geschlossen werden sollen. Die Flut in der Eifel sowie die aktuelle Bedrohungslage unterstreichen die Notwendigkeit eines solchen Zentrums, so Heuer.

Ziel sei es, mit dem Logistikzentrum die bisher dezentrale Lagerhaltung zum Beispiel von Katastrophenschutzmaterial am zukünftigen Standort der Feuerwache 3 zusammenzufassen. Künftig sollen dort unter anderem Sonderfahrzeuge des Katastrophenschutzes, Sonderschutzbekleidung für biologische und chemische Risiken (auch Kampfstoffe), Tank-Container, 1000 Feldbetten, Geräte für die Trinkwasser-Notversorgung sowie Kaliumjodidtabletten zur Jodblockade bei großen Kernkraftwerk-Unfällen stationiert werden.

„Je früher wir unsere Einsatzmöglichkeiten optimieren, desto besser im Schadensfall“, so Heuers Appell. Zugleich bedauert er, dass die Finanzierung des Vorhabens bislang nicht sichergestellt werden konnte.

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