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Erstes Sommergewitter des Jahres trifft Mühlhausen und seine Umgebung

Land unter in der Partnerstadt

Münster/Mühlhausen

Beim ersten Sommergewitter des Jahres kam Münster am Wochenende glimpflich davon. In der thüringischen Partnerstadt Mühlhausen sah das anders aus.

Dirk Anger

Schwere Überflutungen durch heftige Gewitter mit extremem Starkregen trafen die Gegend um Münsters Partnerstadt Mühlhausen. Die Verbindungsstraße zwischen Mühlhausen und Felchta war wegen einer Schlammlawine blockiert. Foto: imago images/Bernd März

Dramatische Stunden in Münsters Partnerstadt Mühlhausen: Das erste Sommergewitter des Jahres erwischte die thüringische Stadt in der Nacht zu Sonntag heftig. Extreme Regenmengen und Gewitter sorgten binnen weniger Stunden in Mühlhausen und seinen Ortsteilen für überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und weitere erhebliche Schäden, wie es in einer Mitteilung der dortigen Stadtverwaltung heißt. Das verheerende Unwetter war demnach vom Deutschen Wetterdienst mit Warnstufe vier – „extrem gefährliche Wetterentwicklung“ – eingestuft worden.

Die Polizei rettete zwei Personen aus einem Auto, das in einer Bahnunterführung vollzulaufen drohte. Der Pkw-Fahrer hatte nach Behördenangaben die Situation falsch eingeschätzt und war mit seinem Wagen in die unter Wasser stehende Unterführung gefahren, wo das Auto zum Stillstand kam. Der Mann konnte demnach noch selbst das Auto verlassen, Mutter und Tochter wurden von der Polizei aus ihrer misslichen Lage befreit.

Junge Rinder auf der Flucht

Die Polizei verzeichnete von Samstag 17 Uhr bis zum Sonntagmorgen insgesamt 23 Einsätze. Unter anderem liefen drei Kälbchen auf der Flucht vor dem Hochwasser durch die Innenstadt von Mühlhausen. Nach ihrem Reißaus über mehrere Straßen konnten die drei jungen Rinder auf ein umzäuntes Grundstück geleitet werden, wo sich Feuerwehr und ­Tierrettung um sie kümmerten, heißt es im Polizei­bericht.

Für die Retter löste das schwere Unwetter in Münsters Partnerstadt einen Großeinsatz aus: 200 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Mühlhausen sowie die Freiwilligen Feuerwehren der Umgebung und der Werksfeuerwehr eines Klinikums waren am Samstag ab 21.30 Uhr im Dauereinsatz. Als Verstärkung wurde der städtische Bauhof hinzugezogen, heißt es weiter.

Schlamm-Massen sorgen für Behinderungen

Durch die Schlamm-Massen kam es zu zahlreichen Behinderungen in und um Mühlhausen. Die Bundesstraße 247 zwischen Mühlhausen und Höngeda wurde für mehrere Stunden gesperrt, weil sie komplett von Wasser und Schlamm überspült worden war.

Mühlhausens Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns dankte den Einsatzkräften und Helfern: „Sie leisten Gewaltiges in diesen Stunden, in denen unsere Stadt von einem dramatischen Unwetter getroffen wurde. Für Ihren stundenlangen Kampf gegen die Wassermassen danke ich Ihnen herzlich.“

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