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Kritik an Bauvorhaben 

Landwirte sehen sich durch Flächenfraß bedroht 

Münster

Der Landwirtschaftliche Kreisverband hat seine Vorsitzende Susanne Schulze Bockeloh im Amt bestätigt. Bei einem Pressegespräch nach der Wahl wurde über die Situation der Landwirte und die aktuelle Problemlage berichtet.

Von Klaus Baumeister

Landwirte aus Münster kritisieren, dass immer mehr Flächen wegfallen, etwa durch den geplanten vierspurigen Ausbau der B 51 zwischen Münster und Telgte. Foto: Matthias Ahlke (Archiv)

Susanne Schulze Bockeloh bleibt das Gesicht der münsterischen Landwirtschaft. Bei einer Sitzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes auf dem Hof Konermann in Amelsbüren wurde die Landwirtin, die seit sechs Jahren im Amt ist, für weitere drei Jahre bestätigt. Zum Vorstand gehören zudem Matthias Heitplatz, Christof Konermann, Sonja Friedemann (als Geschäftsführerin), Brigitte Lippmann, Heinz-Georg Hartmann, Benedikt Schulze Dieckhoff, Henrik Lütke Brintrup und Ulrich Oskamp.

„Die Preise sind im Keller“

Bei einem Pressegespräch aus Anlass der Sitzung sprachen die Vorstandsmitglieder allgemeine Probleme der Landwirtschaft an, aber auch die besonderen Herausforderungen in Münster.

Sind aktiv im Vorstand des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes (v.l.): Matthias Heitplatz, Christof Konermann, Sonja Friedemann, Susanne Schulze Bockeloh, Brigitte Lippmann, Heinz-Georg Hartmann und Benedikt Schulze Dieckhoff. Es fehlen auf dem Foto Henrik Lütke Brintrup und Ulrich Oskamp. Foto: Klaus Baumeister

Die stark auf Schweinezucht und Schweinemast ausgerichtete münsterische Landwirtschaft leide unter dem Exportstopp für Schweine, so Schulze Bockeloh. „Die Preise sind im Keller.“ Darüber hinaus sei auch die Landwirtschaft „Leidtragende“ des Klimawandels. Die Dürresommer der vergangenen Jahren seien mit deutlichen Ertragseinbußen einhergegangen.

Was die lokalen Herausforderungen betrifft, so sprach Schulze Bockeloh den Plan der Stadt Münster an, bei der Verpachtung städtischer Flächen eine ökologische Bewirtschaftung zur Voraussetzung zu machen. Zum Hintergrund: Von den knapp 14 000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gehören rund 1000 der Stadt. Die neue Vergabepraxis kann laut Schulze Bockeloh dazu führen, dass konventionell arbeitende Landwirte aus Münster leer ausgingen.

Kritik am Flächenverbrauch

Das drängendste Problem in Münster ist, wie in dem Gespräch deutlich wurde, die anhaltende Konkurrenz um Flächen, ausgelöst durch neue Bau- und Gewerbegebiete. Der Flächenverbrauch sei um so größer, als für jedes Bauvorhaben Ausgleichsflächen geschaffen werden müssten, die ebenfalls nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden dürften. Auch der geplante vierspurige Ausbau der B 51 zwischen Münster und Telgte wurde in diesem Zusammenhang kritisiert.

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