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115. Treffen des städtischen Gremiums

Letzte Sitzung für den Corona-Krisenstab

Münster

115 Mal kam er in den vergangenen zwei Jahren zusammen, jetzt ist (vermutlich) Schluss: Der Corona-Krisenstab der Stadt hielt seine letzte Sitzung ab – trotz akuten Pandemiegeschehens.

Der münstersche Corona-Krisenstab um Wolfgang Heuer (mittig vorne) kam erstmals am 2. März 2020 zusammen; am 27. April 2022 endete die Stabsarbeit – zumindest in diesem Themenfeld. Foto: Amt für Kommunikation, Stadt Münster

25 Monate und 25 Tage nach der ersten Sitzung des Corona-Krisenstabs bat dessen Leiter Wolfgang Heuer am Mittwoch zur vermutlich letzten Zusammenkunft im Stadtweinhaus. Mit dem Ende der Corona-Schutzvorkehrungen haben Bund und Land auch lokale Maßnahmen weitestgehend ausgehebelt.

„Die Pandemie ist erkennbar nicht zu Ende. Da aber die Zahl der Intensivpatienten auf einem überschaubaren Niveau verharrt und die Handlungsmöglichkeiten der Stadt nur noch in geringem Umfang gegeben sind, wird die Pandemie zukünftig wieder in den regulären Strukturen der Stadtverwaltung bearbeitet werden“, wird Heuer in einer städtischen Mitteilung zitiert.

Über 94 Prozent vollständig geimpft

Die 115. und finale Sitzung stand unter dem Eindruck nach wie vor hoher Infektionszahlen bei zugleich deutlich weniger Bürgertestungen. Die an den Bürgerteststellen registrierte Positivrate habe sich bei etwa 5 Prozent eingependelt – bei nahezu einer Halbierung der Testzahlen seit Ende der Schutzmaßnahmen. Vor zwei Wochen lag die Rate noch bei 7,9 Prozent (auf 12 760 Testungen), vor zwei Monaten hingegen bei nur 3 Prozent.

Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheitsamtes, verwies in diesem Zusammenhang auf die außerordentlich hohe Impfquote in Münster, die „sicherlich mit dazu beiträgt, dass wir nur wenige schwere Verläufe registrieren, die dann auch zu Krankenhausaufenthalten führen." Aktuell werden 63 Personen mit einer Corona-Infektion stationär in den Kliniken der Stadt betreut, davon 7 intensiv.

Nachfolgegremium

Von der in Münster impfbaren Bevölkerung (also alle Personen älter als fünf Jahre) sind 94,16 Prozent vollständig geimpft. In der als besonders vulnerabel geltenden Gruppe der Über-60-Jährigen haben 91,5 Prozent sogar schon ihre Drittimpfung erhalten. Damit hat sich in dieser Pandemie die Bevölkerung Münsters selbst einen besonderen gesundheitlichen Dienst erwiesen – „ohne unsere aufwendige Impfkampagne und die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger hätte die aktuelle Inzidenz eine möglicherweise deutlich schwerere Entwicklung nehmen können“, so Schulze Kalthoff.

Sein „Team Corona“ – also Scouts, medizinisches Personal, Organisation und nicht zuletzt die Koordinierende Covid-Impfeinheit (KoCI) - setzt die Arbeit fort. Ein professionell besetztes Nachfolgegremium des Krisenstabs wird außerdem regelmäßig tagen und die jeweils aktuelle Lage beraten, wie es in der Mitteilung heißt.

Dank an die Münsteraner

Wolfgang Heuer zieht ein insgesamt positives Fazit der Arbeit des Corona-Krisenstabes: „Auch wenn es ein Auf und Ab in der Pandemieentwicklung gegeben hat, so war die Zustimmung in der hiesigen Bevölkerung zu den Maßnahmen und Vorgehensweisen doch sehr groß. Dafür ist zunächst den Münsteranerinnen und Münsteranern zu danken, die ganz überwiegend dem Handeln der Verantwortlichen vertraut und sich an die Vorgaben gehalten haben. Daneben gilt mein Dank natürlich den Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Krisenstab, die als Team unter zeitweise hohem äußeren Druck gute Arbeit geleistet haben. Die Zahlen zur Pandemieentwicklung in Münster der letzten zwei Jahre sprechen für sich.“

Sollten in den kommenden Monaten angesichts einer sich deutlich verändernden pandemischen Lage doch noch weitere Corona-Beratungen nötig werden, „können wir den Krisenstab schnell wieder einberufen und unsere Arbeit in dieser Sonderstruktur nahtlos fortsetzen“, sagt Wolfgang Heuer. Weiter in Funktion bleibt der städtische Krisenstab zur Ukraine-Hilfe, dies ebenfalls unter der Leitung von Stadtrat Heuer.

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