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Aktion der Bürgerinitiative

B51: Luftballons zeigen Ausmaße einer „Unsinns-Straße“

Münster

Um möglichst vielen Menschen die Ausmaße eines möglichen Ausbaus der B 51 deutlich zu machen, griff eine Bürgerinitiative jetzt auf einen Trick zurück.

Von Timo Gemmeke

Victoria Schulze Buschoff engagiert sich gegen einen Ausbau der B 51 und wäre mit dem Verlust von Land direkt betroffen. Foto: Timo Gemmeke

Wie genau sieht ein Bauvorhaben aus, wenn es irgendwann einmal umgesetzt ist? Diese Frage haben sich auch die Mitglieder der Bürgerinitiative B51 Handorf-Mauritz gestellt – und sind dabei auf eine kreative Lösung gekommen.

Mit roten und schwarzen Luftballons, am Boden befestigt mit dünnen Schnüren, haben die Mitglieder der BI die Ausmaße des geplanten Ausbaus der Warendorfer Straße von Münster bis Handorf visualisiert. Deutlich wurde dabei der Umfang der B 51-Überführung mit einer Höhe von sechs Metern und einer zusätzlichen Breite von 21 Metern zur bereits bestehenden Handorfer Straße.

Platz für die Überführung soll auf dem Gelände rund um die Kreuzung gemacht werden – Land, das aktuell noch Victoria Schulze Bu­schoff gehört. „Sollten die Pläne des Bundes für die B 51 umgesetzt werden, befürchten wir eine Enteignung“, so Schulze Buschoff.

Pläne stehen gegen die Mobilitätswende

Der persönliche Verlust der Fläche – wenn auch durch eine Ausgleichsfläche beglichen – stört die Handorferin gar nicht am meisten. „Es ist ein Projekt, dass sich an veralteten Verkehrszahlen orientiert und so nicht mit der geplanten Mobilitätswende vereinbar ist“, sagt Schulze Buschoff. „Und natürlich ist es auch ein Wirtschaftsprojekt, was sich an den politischen Treibern dahinter erkennen lässt.“

Gleichzeitig sende der po­tenzielle Ausbau ein falsches Zeichen in Bezug auf den motorisierten Individualverkehr, der mit Blick auf Klimaschutzbelange ja eigentlich minimiert werden solle, so Schulze Buschoff. Widersprüchlich sei auch die parallele Planung von Bahn- und Autoverkehr nebeneinander her statt miteinander.

Eine Reaktivierung des Handorfer Bahnhofs und dessen Einbindung in das geplante Stadtbahnnetz ist daher der prominenteste Alternativvorschlag der BI. „Der Ausbau der B 51 würde erstmal zehn Jahre Baustelle bedeuten“, so Achim Specht, Vorsitzender der BI.

In zehn Jahren sehe der Verkehr aber wahrscheinlich völlig anders aus – besonders in einer Verwaltungsstadt wie Münster, in der viele Arbeitgeber das Home-Office-Modell künftig ausweiten würden.

Unterstützung bekam die BI von den beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Robin Korte und Hedwig Tarner. Dass die Stadträte der Anliegergemeinden der B 51 fast alle gegen den Ausbau gestimmt hätten, zeige die „Widersprüche dieser Unsinns-Straße“, so Tarner.

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