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Kooperation zwischen Box- und Jugendzentrum

„Zeichen gegen Rassismus setzen“

Münster

Sie wollen ein Zeichen setzen – gegen die „rassistische Welle“, die nach dem Bekanntwerden des Tatverdächtigen im Fall Malte C. durch die sozialen Netzwerke schwappte. Das Boxzentrum Münster und das queere Jugendzentrum „Track“ kooperieren deshalb nun.

Wollen gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus setzen: (v.l.) Dr. Ulrich Thelen (1. Vorsitzender Boxzentrum), Moritz Prasse (Jugendzentrum „Track“) und Prof. Dr. Farid Vatanparast (2. Vorsitzender Boxzentrum) Foto: Simon Beckmann

Als der Name des Tatverdächtigen, der Malte C. am Rande des Christopher-Street-Day (CSD) mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt haben soll, durchsickerte, wurde das Boxzentrum Münster schnell Ziel von zahlreichen Anfeindungen (wir berichteten). Denn hier hatte der Verdächtige noch bis zum Jahr 2018 geboxt. Dann trennten sich wegen Fehlverhaltens des heute 20-Jährigen die Wege.

Mittlerweile, erzählt Dr. Ulrich Thelen als Vorsitzender des Boxzentrums, ist nach dem „schrecklichen Shitstorm auf Social Media“ wieder etwas Ruhe eingekehrt. Froh ist er zudem auch, dass nun Kontakt zum queeren Jugendzentrum und Beratungsstelle „Track“ – Träger ist der VSE NRW – besteht. „Wir haben uns ans Boxzentrum gewandt, nachdem der Name des Täters bekannt wurde“, berichtet Sozialpädagoge Moritz Prasse vom „Track“.

Sozialpädagoge Moritz Prasse vom „Track“

Hintergrund sei die „stark rassistische Welle“ gewesen, die überall durch die sozialen Netzwerke geschwappt sei. „Wir finden es wichtig, uns auszutauschen und zusammen ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen“, bemerkt Prasse. Denn: „Queerfeindlicher Hass hat nichts mit Nationalität, Religion oder sonst was zu tun.“ Als Beispiel führt er etwa an, dass vor sechs Jahren viele queere geflüchtete Jugendliche ins „Track“ gekommen seien, die sowohl mit Queerfeindlichkeit als auch damit gekämpft hätten, dass sie als Geflüchtete in „unserer Gesellschaft“ lebten.

Von Kompetenzen profitieren

Prof. Dr. Farid Vatanparast, zweiter Vorsitzender des Boxzentrums, ergänzt: „Wir sind uns alle einig, dass jegliche Form von Diskriminierung ein Störfaktor für unsere Gesellschaft ist.“

Beide Institutionen wollen zukünftig kooperieren, von den Kompetenzen des jeweils anderen profitieren und eine Möglichkeit zum gemeinsamen Sporteln schaffen.

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