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Projektgruppe „FixMS“ gewinnt den „Münsterhack“

Mangel geht per App an die Stadt

Münster

Apps können bei vielen Problemen helfen. Wo dies auf lokaler Ebene noch nicht der Fall ist, es aber sinnvoll wäre, können sich Projektgruppen beim „Münsterhack“ versuchen, um an einer Lösung zu tüfteln. So wie am vergangenen Wochenende.

Rund 250 Teilnehmer waren bei der sechsten Auflage des „Münsterhack“ am Wochenende dabei und arbeiteten an verschiedenen Projekten. Foto: Münster Hack

Als Christoph Friedrich mit seinem Fahrrad Glasscherben ausweichen musste, wollte er diesen Mangel der Stadt melden. Dass er es nicht tat, hat einen schlichten Grund: Er hatte es vergessen. Zu Beginn der sechsten Auflage des „Münsterhack“ am Wochenende nahm der 26-jährige Informatikstudent seine kleine Alltagsepisode zum Anlass, in einem 90-Sekunden-Vortrag unter den 250 Teilnehmern für seine Projektidee „FixMS“ zu werben.

„Die Mangelmeldung bei der Stadt könnte mit einer kombinierten und automatisierten Geodatenerfassung auf dem Handy oder Smartwatch vereinfacht werden“, erklärt Friedrich seine Idee für die Gruppe „FixMS“. In den folgenden 36 Stunden tüftelten an seiner Projektidee interessierte Teilnehmer an einer kleinen App, um das bisher schon vorhandene städtische Online-Formular barrierefreier zu machen. „Hätte ich in dem Moment, als ich vor den Glasscherben stand, einfach nur auf meine Smartwatch drücken brauchen, hätte ich die Mangelmeldung ganz sicher nicht vergessen“, meint Friedrich. Für die Idee und komplette Realisation erhielt die von ihm initiierte Projektgruppe „FixMS“ am Sonntagabend den ersten Preis der „Münsterhack 2022“.

13 Teams arbeiten an Projektideen

„Insgesamt gab es in diesem Jahr 13 aus Young Professionals und Studierenden bestehende Teams, die in ihrer Freizeit an der Umsetzung von hier eingebrachten Projektideen zur Förderung der digitalen Kultur in Münster gearbeitet haben. Sie haben ihre hohe Expertisen damit auch ein ganzes Wochenende sozialen und gemeinnützigen Zwecken gewidmet“, sagte Ralf Leufkes von der städtischen IT-Firma Items. Diese und der Verein „Digital Hub Münsterland“ organisieren die seit 2017 jährlich stattfindenden „Hackatrons für Münster“.

Eine hochkarätige Expertenjury mit Vertretern aus der regionalen Wirtschaft wählte neben „FixMS“ die Gruppen „Sozialkompass“ und „AppFall“ auf die Plätze zwei und drei. Sie entwickelten Anwendungen zur Verbesserung der Orientierung insbesondere von Migranten, die mit der hiesigen Bürokratie nicht vertraut sind, sowie Lösungsideen zur Frage: Wohin soll welcher Abfall? Neben dem mit 500 Euro dotierten Jurypreis wurde auch ein jeweils in gleicher Höhe dotierter Mentor- und ein Zuschauerpreis vergeben. Einige der Teams werden ihre Arbeit an den Ideen weiter fortsetzen.

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