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Rupert König interpretiert Telgter Gnadenbild für den Prozessionsweg

Maria-Skulptur wird rote Tränen weinen

Münster

Am Prozessionsweg wird bald nichts mehr sein, wie es war: Der Kanalbaustelle müssen mehrere Bäume und zeitweise auch Kreuzwegstationen weichen. Bis dahin zieht eine neue Skulptur „Maria weint“ die Blicke auf sich.

Die Skulptur „Maria weint“ wurde am Samstag von Pfarrer Hans-Rudolf Gehrmann gesegnet. Foto: Elisabeth Hemfort

Mit schwungvollem Gestus spendete Pfarrer Hans-Rudolf Gehrmann am Samstag einer Skulptur den Segen, die am Prozessionsweg in Mauritz aufgestellt wurde. Unter dem Blätterdach der Lindenallee wird sie in den nächsten Monaten die Blicke auf sich ziehen, nachdem sie bei einer kleinen Feier, die Pastoralreferentin Pia Reich eröffnete, von Mitgliedern der Initiative Prozessionsweg e.V. der Öffentlichkeit übergeben wurde. Rupert König hat die 1,20 Meter hohe Skulptur „Maria weint“ laut Pressemitteilung der Initiative aus grobem Stahl und Plexiglas geschaffen.

Im vergangenen Juli musste der rund 800 Kilogramm schwere Reliefstein an der 13. Kreuzwegstation kurz hinter der Kanalbrücke aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Baumwurzeln hatten den Stein samt Sockel in eine bedenkliche Schräglage gebracht. Wenn die Erweiterungsarbeiten an diesem Teil des Kanals beginnen – voraussichtlich im Spätherbst –, müssen die Bildstöcke für längere Zeit eingelagert werden.

Bis es soweit ist, wollte es die Initiative Prozessionsweg Sankt Mauritz an der 13. Station nicht beim bloßen Sockel belassen, erklärt Dr. Elisabeth Hemfort, die Vorsitzende: „Wir haben die Leerstelle als Chance verstanden, im Kontext des Kreuzwegs wieder die Kunst zu Wort kommen zu lassen.“

Enge Verbindung zum Telgter Gnadenbild

Für Rupert König, den Leiter des Kirchenfoyers, schließt sich ein Kreis. Seit er vor sechs Jahren ein Praktikum als Pastoralreferent in der Propsteigemeinde in Telgte machte, hat König eine besondere Beziehung zum Wallfahrtsort und zum Telgter Gnadenbild. Für Kunstinstallationen arbeitete er schon mehrmals mit dem Holzschnitzer Ernst Franz aus Unterammergau zusammen, der ein Abbild der Muttergottes-Figur gefertigt hat.

Für die 13. Station, die bei jedem Kreuzweg mit „Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt“ überschrieben ist, hatte er sofort eine Idee: „Hier weint Maria um ihren Sohn, hier sehe ich Maria in der Gestalt des Telgter Gnadenbildes, dem Ziel der Pilgerinnen und Pilger, die auf diesem Weg unterwegs sind“, erklärt er.

„Maria weint“ – König baut auf die Natur, damit sich der Titel auch visuell umsetzt. Noch ist der Stahl grau, doch durch die Witterung wird er sich rötlich verfärben und schließlich auch rosten. „Wenn der Rost bei Feuchtigkeit über den Plexiglas-Christus herunterläuft, kann es wie Tränen aussehen“, beschreibt der Künstler seine Vorstellung.

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