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Konzert in der Halle Münsterland

Rapper Marteria sorgt für Vollkontakt vor ausverkauftem Haus

Münster

Marteria bringt die ausverkaufte Halle Münsterland zum Beben. Hit auf Hit folgten bei dem Tourabschluss seiner „Vollkontakt Tour“ – ein Hip-Hop-Beben in Westfalen.

Marteria war am Sonntagabend in der Halle Münsterland  zu Gast. Foto: Johan Sühling

Marteria war ­bester Laune: Mit einem Bad in der Menge beendete der Rapper den Abend in der ausverkauften Halle Münsterland, der auch gleichzeitig den Abschluss seiner „Vollkontakt“-Tour darstellte. „Super, dass das wieder geht“, freute sich der Rostocker nach dem von ihm als ­„Horrorjahr“ bezeichneten Jahr 2021. Zu diesem Zeitpunkt gab seine Stimme, die schon zu Beginn des Konzerts leicht angeschlagen war, vollends den Geist auf.

„Vollkontakt“ war ein passendes Motto für den Abend – und das, obwohl Marten Laciny, wie Marteria mit bürgerlichem Namen heißt, am 4. Dezember bereits seinen 40. Geburtstag gefeiert hat. Klar, „das Ticken in deinem Ohr“, wie es in seinem Song „Sekundenschlaf“ heißt, wird er noch nicht ­hören, für einen Popstar kann man aber schon von einem eher fortgeschrittenen Alter sprechen. „Das sieht man uns gar nicht an“, richtete sich Marteria an seinen Back-up Pete Boateng, der ebenfalls während der Tour 40 geworden ist.

Publikum springt mit

Denn gleich zu Beginn machte Marteria bereits klar, dass der Zahn der Zeit noch lange nicht an ihm nagt. Als es in der Hook von seinem Hit „Endboss“ „Ich spring von Level zu Level zu Level“ hieß, tat es ihm das Publikum mit Freude gleich. Sein Kommentar „macht mal etwas ruhiger, es ist Sonntag“, war dann aber wohl doch eher ironisch gemeint.

Die abenteuerlustige Biografie des Rappers, die bereits mehrere Weltreisen schmückt, spiegelt sich auch immer wieder in seinen Songs wider. Sei es das bereits angesprochene „Endboss,“ welches auf seinen ­Lebensweg von Rostock über New York nach Berlin eingeht, oder sein neuester Song „Wald“. Nach einer von ihm gedrehten Doku im Amazonas-Regenwald in Peru widmete er diesem noch einen Song. Die Einnahmen davon sollen laut Marteria dafür gespendet werden.

Pyro-Show beim Song „Bengalische Tiger“

Die Zuschauer waren bester Laune, selbst auf den Rängen saß niemand, der Rapper war stets darauf aus, auch diese zum Mitmachen zu animieren. Etwas anderes war für das Publikum auch fast nicht möglich, zu viel Energie steckte in den Songs, zu groß waren die Hooks. Hits wie der vom spanischen Gitarristen Kid Simius getragene und fast schon punkig anmutende „El Presidente“ oder der mit Pyro-Show aufgezogene „Bengalische Tiger“ ließen niemanden auf dem Platz sitzen. Mitsingen und -rappen konnte ohnehin jeder. Schon früh bekam man das Gefühl, dass Marteria es bereuen würde, bereits im ersten Drittel seines fast zwei Stunden langen Sets sein Handtuch in die Menge ­geworfen zu haben. Der Schweiß lief bei ihm in ­Strömen, doch Handtuch-Nachschub war schnell aus dem Backstage besorgt – und weiter ging es.

Zum großen Finale, als Hit auf Hit kamen: Mit „OMG“ war die Stimmung in der Halle bereits auf dem Siedepunkt, als mit „Kids“ und in der Zugabe „Lila Wolken“ die wohl bekanntesten Lieder des Rappers folgten, ging es sogar noch darüber hinaus.

Marteria geht in Münster Weihnachtsgeschenke kaufen

Als sich Marteria dann von seinem Publikum verabschiedete, kaufte man es ihm tatsächlich ab, dass er bei der Unterstützung ernsthaft gerührt war. Ob Marteria tatsächlich wie angekündigt noch eine Bar in Münster besuchte, blieb offen, auf seiner Instagram-Seite sagte er aber: „Jetzt kaufen wir ­Weihnachtsgeschenke bei Nanu-Nana.“ Marteria scheint Münster zu kennen, das er bereits während des Konzerts als „eine der krassesten Hip-Hop-Städte Deutschlands“ bezeichnete.

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