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 Viele Neuinfektionen und PCR-Tests

Medizinlabore am Limit - Münster und die Kreise schränken Nachverfolgung ein

Münsterland/Berlin

Testen gilt als wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie. Doch mit steigenden Infektionszahlen und größerer Testbereitschaft geraten die Labore an die Grenzen ihrer Kapazität. Auch die Kontaktnachverfolgung ist nicht mehr möglich, melden die Behörden im Münsterland.

-gap/werd/dpa-

Röhrchen mit Proben warten auf den PCR-Test: Alleine im LADR-Laborzentrum Nord-West in Schüttorf werden in Spitzenzeiten täglich bis zu 5000 Coronatests verarbeitet. Dafür wurden zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und Geräte angeschafft. Foto: Gunnar A. Pier

Die Medizinlabore in Deutschland nähern sich nach Angaben eines Branchenverbands in der Corona-Krise zunehmend den Grenzen ihrer Auslastung. „Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher. Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stoßen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen“, sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, am Donnerstag. Das sei für Kranke und Krankenhäuser kritisch.

„Dass man sich bald aus der Quarantäne freitesten lassen kann, wird unweigerlich zu einem Mehraufwand der Labore führen“, so Müller. Von Bund und Ländern habe es keine Prognosen gegeben, „auf wie viel mehr Tests wir uns einstellen müssen“. „Die Labore werden dem Ansturm nun fast unvorbereitet begegnen müssen“ – auch wenn sie ihre Testkapazitäten hochgefahren haben. So analysiert alleine das LADR-Institut in Schüttorf täglich bis zu 5000 Proben per PCR-Verfahren auf das Coronavirus. Etwa 30 Prozent seien positiv, berichtete der Ärztliche Leiter Philipp von Landenberg gegenüber unserer Zeitung.

Kapazitätsengpässe

Vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Kapazitätsengpässe wird darum der Ruf nach einer Priorisierung bei den PCR-Tests immer lauter. „Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang“, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabes der Bun­desregierung, Generalmajor Carsten Breuer. Der Gesundheitsexperte der Grünen, Janosch Dahmen, sprach sich zudem dafür aus, PCR-Tests für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten bereitzuhalten.

Kontaktverfolgung

Da die Zahl der Neuinfizierten immer weiter steigt, haben die Stadt Münster und der Kreis Borken angekündigt, Infizierte und deren Kontakte nicht weiter nachzuverfolgen. Die Betroffenen könnten sich durch die neue Freitest-Regel aus der Quarantäne befreien, bevor das Gesundheitsamt eine Chance hat, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, so die Stadt Münster. Der Landrat des Kreises Borken, Kai Zwicker, erklärte, die Kontaktverfolgung habe „ei­nen kritischen Punkt überschritten“.

Im Kreis Steinfurt kontaktiert die Corona-Stabsstelle nur noch positiv getestete Menschen. Ein Sprecher des Kreises Coesfeld kündigte an, „die Standards auf den Prüfstand“ zu stellen. Der Kreis Warendorf verfolgt dagegen noch die Kontakte aller, die im Haushalt von Infizierten leben sowie enge Kontaktpersonen, insofern sie nicht vollständig immunisiert sind.

Zum Thema: Impfschäden

          

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