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Bundestagskandidaten im Gespräch

Menschen mit Behinderung wünschen Verbesserungen

Münster

Kandidatinnen und Kandidaten für die anstehende Bundestagswahl kamen bei einer Veranstaltung mit Menschen mit Behinderung ins Gespräch. Diese trugen ganz konkrete Wünsche an die Politiker heran.  

 

Stefan Nacke (CDU) (v.l.), Maria Klein-Schmeink (Grüne) Klaus Kretzer, (FDP) Eva Beeres-Fischer (Fabi Münster) Johannes Waldmann (SPD Steinfurt), Rosemarie Engler, Vertreterin der Menschen mit Lernschwierigkeiten Svenja Hoffmann( Jubi Nordwalde) und Jeannette Thier, (Fabi Münster) sprachen mit Menschen mit Behinderungen über deren Bedürfnisse. Foto: Ev. Familienbildungsstätte Münster

Die evangelische Familienbildungsstätte und die Evangelische „Jubi“ Nordwalde hatten jetzt Politiker und Politikerinnen der verschiedenen Parteien vor der Bundestagswahl eingeladen. Dabei waren: Stefan Nacke (CDU), Klaus Kretzer (FDP), Maria Klein-Schmeink (Bündnis90/ Die Grünen) und Johannes Waldmann (SPD).

Über 60 Teilnehmende mit Behinderung folgten laut Pressemitteilung der Veranstalter der Einladung. Unter anderem ging es auch um die Zeit im Lockdown während der Corona-Krise und die Auswirkungen auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung. „Mir fehlte die komplette Tagesstruktur! Die Werkstatt war lange geschlossen, und die Besuche im Wohnheim waren nicht erlaubt“, so ein Stimme aus dem Kreis der Teilnehmenden. „Ich kann mit Digitalisierung nichts anfangen, weil ich keinen Computer habe und auch nicht weiß, wie ich den bedienen soll. Es war sehr einsam für mich!“, berichtete eine andere Teilnehmerin.

Weitere Themen waren: Gerechter Lohn in Werkstätten für Menschen mit Behinderung sowie Mobilität in ländlichen Strukturen.

Probleme mit dem Taxi-Bus

„Ich möchte gern spontan in die Stadt fahren können. Leider kommt der Taxi-Bus nur auf Bestellung und das Mitfahren mit dem Rollstuhl oder Rollator ist oft schwierig und manchmal gar nicht möglich“, beschrieb ein Teilnehmer seine persönliche Situation.

Auch das Klima und die E-Mobilität waren in der Gruppe von Maria Klein-Schmeink ein brennendes Thema. Ein Teilnehmer ist auf ein Dreirad angewiesen und würde gerne ein E-Bike als Dreirad nutzen: „Warum sind die Dreiräder viel teurer als normale Zweiräder? Und mit elektronischer Unterstützung kann ich mir das gar nicht leisten.“ Maria Klein-Schmeink versprach, diese und alle weiteren Anmerkungen mitzunehmen. Sie kündigte an, dass sie auf jeden Fall auch zu weiteren Gesprächen nach der Bundestagswahl zur Verfügung stehe.

Auch Lob wird ausgesprochen

Es wurde aber auch viel Lob ausgesprochen: So bedankte sich ein Teilnehmer bei Klein-Schmeink dafür, dass sie die Anregungen der jüngsten Veranstaltung umgesetzt und für mehr Elektro-Busse gesorgt habe.

Die Veranstalter bedankten sich bei allen Beteiligten und hoffen, dass die Politiker und Politikerinnen bei ihren politischen Entscheidungen immer auch an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zurückdenken.

Im Jahr 2022 sind weitere Gespräche verabredet.

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