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Corona-Karneval in Münster

Mini-Rosenmontagszug erfreut die Jecken

Bürgerausschuss-Präsident Helge Nieswandt hofft bei allem Applaus für Münsters ersten virtuellen Rosenmontagszug im Internet auf einen pünktlichen Start der nächsten Karnevalssession am 11.11. Der schönste Mini-Motivwagen wurde am Abend gekürt.

Ralf Repöhler

Präsident Dr. Helge Nieswandt freut sich über die knapp 30 Miniatur-Motivwagen, die bei Münsters virtuellem Rosenmontagszug zu sehen sind. Foto: Matthias Ahlke

Münster helau! Haben Sie schon reingeschaut? Der virtuelle Rosenmontagszug rollt bei uns im Online-Video sowie auf der Homepage des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval (BMK). Präsident Dr. Helge Nieswandt klickte sich am Montag pünktlich um 11.11 Uhr rein und war begeistert von den knapp 30 Miniatur-Motivwagen, die in dem gut zehnminütigen Film zu sehen sind.

Lady Carneval mit den meisten Stimmen

„Ich hoffe aber, dass der erste virtuelle Rosenmontagszug auch der letzte war“, sagte Nieswandt. Der große Rosenmontagszug, der rund 100 000 Zuschauer in Münsters Innenstadt gelockt hätte, war wegen der Corona-Pandemie bereits im Herbst vergangenen Jahres abgesagt worden. Corona war auch das Hauptthema des kleinen Zuges im Internet, der bis Montagabend immerhin auch schon über 10.000 Mal angesehen wurde.

Der BMK ließ darüber abstimmen, welcher der schönste der schönen Wagen war: Die meisten Stimmen bekamen die AKG Emmerbachgeister aus Amelsbüren für ihre „Lady Carneval“.

Der Motivwagen der AKG Emmerbachgeister bekam die meisten Stimmen Foto: BMK

Hoffnung auf den 11.11.

Der nahende Aschermittwoch wird diesmal nicht ganz so traurig sein: Die Karnevalisten haben die große Hoffnung, dass die Corona-Pandemie bis November so weit abflacht, dass die kommende Session am 11.11. auch beginnen kann. „Ich hoffe auf einen Neustart mit Besonnenheit und Abstand“, so Nieswandt. Die Prinzengarde plant die Wahl eines Prinzen in Lauerstellung bereits bei ihrer Frühjahrsversammlung.

Helau ohne Bützchen

Kein Bützchen, keine Kamelle und kein Rosenmontagszug in Münsters guter Stube: Das Coronavirus hat dem Karneval die belegte Zunge herausgesteckt. Da traut sich nicht mal mehr ein Prinz hervor. Für Karnevalsgesellschaften, Künstler und Kneipen ist der Ausfall der fünften Jahreszeit bitter und fatal. Die Narren vermissen die Nähe, die Online-Narretei bei aller Kreativität nicht bieten kann. Lachen und Schunkeln fehlen, Einnahmen und Gagen auch.

Vor allem fehlt eine Perspektive. Tanzmariechen tanzen nicht mehr, Büttredner und Stimmungsbands verstummen, Mitglieder kündigen, Sponsoren aus der coronageschädigten Wirtschaft steigen aus. Die Bösen Geister haben den Spuk an die Wand gemalt und bereits Veranstaltungen der nächsten Session abgesagt.

So weit muss es nicht kommen, wenn endlich ausreichend geimpft werden kann und dann Galas mit Auflagen und Umsicht, weniger Gästen und Coronatests geplant werden. Der Bazillus Karnevalensis wird am Ende widerstandsfähiger sein. Bedingung: Wir müssen uns an die Regeln halten und aufs Bützen länger verzichten.

- Ralf Repöhler

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