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Zu Gast in Roxel

Ministerin Svenja Schulze besucht Geflüchtete

Münster

Bundesministerin Svenja Schule hat am Donnerstag in Begleitung der ukrainischen Generalkonsulin Irina Shym eine Unterkunft für Geflüchtete in Roxel besucht. Die Ukrainerin machte dabei ein mittelfristiges Ziel der Ukraine deutlich.

Foto mit der Ministerin: Einige der Bewohner der Flüchtlingseinrichtung an der Havixbecker Straße machten Erinnerungsfotos mit Bundesministerin Svenja Schulze (M.) – in diesem Fall ein Ehepaar aus der Ukraine, das bereits seit März in Deutschland ist. Foto: Matthias Ahlke

Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland, hat am Donnerstagmorgen eine Unterkunft für Geflüchtete in Roxel besucht. Dabei wurde deutlich, dass das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe ungebrochen ist, es aber auch große Probleme bei der Integration der Menschen in einen geregelten Alltag abseits der Unterkünfte gibt.

In der Unterkunft an der Havixbecker Straße leben Familien aus elf Nationen. Rund die Hälfte der derzeit unterbrachten 80 Bewohner und Bewohnerinnen stammen aktuell aus der Ukraine. Die Ukrainer sind erst seit einigen Monaten vor Ort. Für die Unterkunft ist das eine kurze Zeit. Zwei bis drei Jahre, so beschrieb es Einrichtungsleiterin Gitta Kock am Donnerstag, blieben die meisten Familien normalerweise in der Unterkunft, manche auch länger.

Stadt muss mit mehr Geflüchteten rechnen

Einige der Bewohner lauschen dem Gespräch zwischen Ministerin Schulze, der ukrainischen Generalkonsulin Irina Shym, Vertretern der Stadt, Einrichtungsleitung sowie der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe zu diesem Zeitpunkt. Eine Frau aus Syrien ist darunter, die die Einrichtung bald verlassen wird. Vier Jahre und acht Monate habe sie mit ihrer Familie hier gelebt, erzählt sie Schulze (SPD) wenig später im persönlichen Gespräch.

Große Familien haben es besonders schwer

Hauptgrund dafür: Der Wohnungsmarkt in Münster, hier ließen sich kaum Wohnungen für fünf oder noch mehr Personen finden. „Dabei sind die Menschen durchaus bereit, sich einzuschränken und auf ein Zimmer zu verzichten. Damit aber sind die Vermieter häufig nicht einverstanden“, erzählt Kock von den täglichen Problemen der Menschen.

Im Bezug auf die Ukraine ist Münster jüngst eine Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Winnyzja eingegangen. Über die Partnerstadt Lublin in Polen als Brücke werden Güter, vor allem dringend benötigte Stromgeneratoren, in die Ukraine gebracht. Denn sowohl die ukrainische Generalkonsulin Shym als auch Schulze unterstrichen am Donnerstagmorgen die Strategie der russischen Streitkräfte, ganz gezielt die ukrainische Infrastruktur und Stromversorgung zu beschädigen. „Es wird der schwierigste Winter unserer Geschichte“, betonte die Generalkonsulin den Ernst der Lage. Sie bedankte sich zudem für die Aufnahme der Geflüchteten mit „Herz und Wärme“ und betonte, man wolle die während des Kriegs geschaffenen Verbindungen in den Westen weiter intensivieren. „Diese Verbindungen sind eine wichtige Grundlage für uns, denn wir wollen ein Teil des vereinten Europas sein“, so Shym.

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