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Haftstrafe für Duisburger

Weitere Verurteilung im Missbrauchskomplex

Münster

Der 39-jährige Duisburger, der wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern vor dem Landgericht Münster stand, wurde am Freitag verurteilt. Der Angeklagte unterhielt auch Kontakt zu Adrian V., dem verurteilten Haupttäter aus dem „Missbrauchskomplex Münster“.

Der Angeklagte aus Duisburg, der auch Kontakte zu Adrian V., dem Haupttäter im „Missbrauchskomplex Münster“, unterhielt, wurde am Freitag verurteilt. Foto: Simon Beckmann

Im „Missbrauchskomplex Münster“ ist es am Freitag zu einer weiteren Verurteilung gekommen. Angeklagt war ein 39-jähriger Mann aus Duisburg, dem vorgeworfen wurde, zwei Kinder bei 15 Taten in Billerbeck, Schöppingen, Winterberg und Duisburg zwischen Juli und Dezember 2019 sexuell missbraucht zu haben.

Darunter soll auch mehrmals der Ziehsohn von Adrian V. gewesen sein. V. gilt als Haupttäter des Missbrauchskomplexes und wurde im Hauptverfahren bereits zu 14 Jahren Freiheitsstrafe und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Kammer folgt dem Antrag der Staatsanwaltschaft

Der Duisburger – das entschied die 21. Große Strafkammer – muss nun für acht Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Damit folgten die Richterinnen und Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung sah die Kammer unter Berücksichtigung des im Verfahren vorgestellten Gutachtens als nicht erfüllt an.

Zugute hielt die Vorsitzende Richterin dem Angeklagten die Tatsache, dass er ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. „Damit haben sie beiden Kindern erspart, vor Gericht aussagen zu müssen. Für beide wäre das eine erhebliche Belastung gewesen“, sagte die Richterin. Zudem glaubte die Kammer dem Angeklagten, dass er seine Taten bereuen würde.

Vertrauen des Jungen ausgenutzt

Dennoch habe in die Höhe der Strafe mit reingespielt, dass der 39-Jährige, der bereits zuvor rechtskräftig wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden war, das Vertrauen und seine besondere Beziehung zu einem der Jungen ausgenutzt habe. Der Angeklagte, das berichtete die Richterin, sei ein Freund der Familie gewesen und habe dort des Öfteren im Gästezimmer oder auf dem Sofa übernachtet. Ebenso wurde ihm angelastet, dass er oft verschiedene sexuelle Handlungen in einer Tat ausgeführt habe. Oft habe der Angeklagte seine Taten auch mit Bildern und Videos festgehalten – und diese später ebenfalls verschickt.

Adrian V. habe der Duisburger über das Internet kennengelernt. In Pädophilenchats hätten sich die beiden über ihre Fantasien ausgetauscht und auch ihre Missbräuche gegenseitig geschildert.

Der Angeklagte und seine Verteidigerin verzichteten auf Rechtsmittel. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

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