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Zahnmedizinstudenten unterstützen Klinik in Nepal

Mit 17 Kilo Silikon nach Kathmandu

Münster

Zwei angehende Zahnärzte sind seit dem ersten Semester beste Freunde. Jetzt reisen Melih Bayat und Jan Verwoerd nach Nepal. Doch die beiden wollen nicht in den Urlaub, im Gepäck haben sie reichlich dentalmedizinisches Material. 

Von Jan-David Runte

Melih Bayat (25, links) und Jan Verwoerd (24, rechts) fliegen nach Nepal, um dort Menschen zu behandeln. Foto: Melih Bayat

In einer Woche wollen Melih Bayat und Jan Verwoerd in Nepal sein. Aber die beiden Zahnmedizinstudenten machen dort keinen Urlaub, sie wollen arbeiten.

An der Uniklinik der Landeshauptstadt Kathmandu werden sie ab Mitte August die Ärzte vor Ort unterstützen. Ihre kompletten Ferien, eineinhalb Monate, haben sie dafür eingeplant.

Die beiden Studenten bringen auch Spenden mit. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Dementsprechend mangelt es an der Uniklinik Kathmandu an medizinischem Material. Allein 17 Kilogramm Silikon und Kronenmaterial haben die angehenden Zahnärzte von einer Dentalfirma zur Verfügung gestellt bekommen. Daneben haben sie Klinikkleidung, Bohrer und anderes medizinisches Arbeitsgerät im Gepäck. „Da muss ich jetzt bei der Fluggesellschaft nachfragen, ob wir noch einen extra Koffer mitnehmen dürfen“, lacht Bayat.

Reise ist selbst organisiert

Die Uniklinik Kathmandu haben die beiden vor allem deswegen ausgewählt, weil Kommilitonen von ihnen bereits im vergangenen Jahr dort waren und sie sich von ihnen ein paar Tipps zur Planung abholen konnten. Die Reise haben die Studenten zum Großteil selbst organisiert.

Dabei war lange Zeit gar nicht klar, ob sie überhaupt nach Kathmandu können. Nepal wurde hart von der Delta-Variante des Coronavirus‘ getroffen. Doch inzwischen sind die beiden Studenten ebenso wie das Klinikpersonal in Kathmandu vollständig geimpft. Für die Zahnärzte in spe ist es der erste längere Auslandsaufenthalt und die erste Reise nach Nepal. „Da ist man natürlich ein bisschen aufgeregt, aber ich freue mich auch sehr“, sagt Jan Verwoerd. Verständigen werden sich die Studenten größtenteils auf Englisch oder über Dolmetscher. Ein paar Brocken der Landessprache Nepali haben sie auch gelernt. „Wir erhoffen uns durch die Reise einen fachlichen und kulturellen Austausch. Außerdem ist es nützlich, mal unter ganz anderen Bedingungen als in Deutschland gearbeitet zu haben“, sagt Melih Bayat.

Ein eingespieltes Team

Die Studenten sind im neunten Semester und haben bereits unter ärztlicher Aufsicht Patienten behandelt. Auch in Nepal werden sie weiterhin von Zahnärzten betreut. Die beiden sind ein eingespieltes Team. „Unsere praktischen Übungen haben wir schon immer zusammen gemacht. In der Ersti-Woche haben wir uns kennengelernt und sind seitdem beste Freunde“, sagt Jan Verwoerd. „Wir wohnen sogar im selben Wohnheim.“

Auch jetzt noch nehmen die beiden Studenten gerne Sachspenden in Form von medizinischem Material entgegen. Die Kontaktaufnahme kann per E-Mail unter m_baya02@uni-muenster.de erfolgen.

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