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„Das Masematte-ABC“ aus dem Aschendorff-Verlag

Mit diesem Buch wird jeder zum Masemattenfreier

Münster

Masematte ist in Münster Kult. Wörter der früheren Geheimsprache der leichten Vögel wie Leeze oder Lowine sind noch heute zu hören. Wer mehr verstehen will, dem hilft das Masematte-ABC.

Von Ralf Repöhler

Rakewelen Masematte: Wolfgang Schemann (M.) mit Dr. Dirk Passmann und Silke Haunfelder (beide Aschendorff-Buchverlag) Rakewelen Masematte: Wolfgang Schemann (M.) mit Dr. Dirk Passmann und Silke Haunfelder Foto: Oliver Werner

Was heißt Maske auf Masematte? Keine Zerche (Ahnung). „Vielleicht Goschen-Dohling“, überlegt Wolfgang Schemann. Gosche gleich Mund und Dohling gleich Hut. Schemanns neues Buch „Das Masematte ABC“ benötigt keine Maske, denn es ist garantiert coronafrei und die richtige Lektüre in diesen Tagen.

Wer während der Pandemie Muffensausen (Sorge) hat, Macker (Mann) und Anim (Frau) zu treffen, muss nicht scharwenzeln (spazieren gehen), sondern kann mit diesem ganz besonderen Wörterbuch aus dem Aschendorff-Verlag eine weitere Fremdsprache erlernen.

„Das Massematte-ABC“ des Zerchen-Seegers (Experten) Schemann listet die 100 vielleicht wichtigsten Wörter der münsterischen Geheim- und Kultsprache auf, verbunden mit kleinen Geschichten. Ob im Millionenviertel (Pluggendorf) oder im Gremmenkaff (Gremmendorf), mit dieser gut sortierten Masemattenfleppe wird jeder zum Masemattenfreier. Dafür muss niemand auf Willis Büffel-Beis (die Wilhelms-Universität) gehen, die Zinkenleeze (Brille) auf der Nase reicht. Zumal es nur rund 500 Wörter davon gibt.

Münsters Geheimsprache

Die Masematte geht zurück auf die Zeit der Vieh- und Pferdehändler. Sie laberten um die Mitte des 19. Jahrhunderts gerne verschlüsselt, damit andere nicht mitbekamen, worum es ging. Die Geheimsprache, deren Zutaten Rotwelsch, Jiddisch und Romani sind, war im Kuhviertel oder in Klein-Muffi zu hören.

Das Buch

Vor allem auf Vieh- und Jahrmärkten wie dem Schock (Send), beim Handeln und Verhandeln, und im Lowinenbeis (Kneipe). Dort schmusten die Menschen Masematte. Die Milieus der Masemattenfreier gingen mit dem Zweiten Weltkrieg unter. „Ihre Sprache hat überlebt. Viele Wörter sind in die Umgangssprache übergegangen“, sagt Schemann, ehemaliger Lokalchef der WN in Münster.

Dass die Münsteranerinnen und Münsteraner nerbelo (verrückt) auf Masematte sind, zeigt der Erfolg der Buchreihe im Aschendorff-Verlag. 30.000 Schemann-Bücher sind verkauft worden. „Das Masematte-ABC“ mit Illustrationen von Arndt Zinkant ist der achte Band.

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