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Elefantengruppe im Zoo

Mit Rada fehlt ein Charaktertier

Münster

Eine Woche, nachdem die Elefantenkuh Rada eingeschläfert werden musste, kehrt im Revier und in der Gruppe so etwas wie Normalität ein. Die Trauer um das Charaktertier, das 35 Jahre im Zoo war, ist aber noch spürbar.

Helmut P. Etzkorn

Großes Gedränge gestern an der Futterstelle des Elefantenparks im Zoo: Corny (vorn) und Ratna holen sich mit ihren Rüsseln vorsichtig die Gurkenhäppchen aus den Händen der Kinder. Bis vor wenigen Wochen gehörte auch Rada zu der Gruppe, die zu den Besucherlieblingen im Tierpark am Aasee zählt. Foto: hpe

Sie hatte eine große Fangemeinde im Zoo, manche haben sie schon als Kind mit ihrer Mama besucht, sind quasi neben ihr groß geworden und seitdem treue Beobachter eines langen Elefantenlebens gewesen. Eine Woche nach dem Tod der Elefantenkuh Rada, die wegen multipler Organschäden und Entzündungen im Magen-Darmbereich eingeschläfert werden musste, ist im Elefanten-Revier wieder der Alltag eingekehrt. Doch eine fehlt. Und man spürt das nicht nur im Gespräch mit den Tierpflegern.

Donnerstagmittag, Elefantenfütterung für Kinder. Die „Zahl, was Du willst“-Aktion lockt trotz trüb-kaltem Wetter fast 5500 Menschen in den Zoo. Am Elefantenpark stehen die Besucher dicht gedrängt. Ein Pfleger verteilt Gurkenstücke. Die mutigen Kinder strecken die elefantösen Appetithäppchen am langen Arm in Richtung Dickhäuter aus. Vorsichtig greifen Corny und Ratna mit ihren Rüsseln nach den kleinen Köstlichkeiten. „In keinem anderen Zoo wird diese hautnahe Fütterung geboten, sie ist jeden Tag wieder ein Besuchermagnet“, sagt Zoosprecherin Stefanie Heeke.

Schwere Entscheidung

Zoochef Dr. Thomas Wilms erinnert sich an die schwere Entscheidung, die er am 27. Dezember im Team treffen musste: „Das hat uns allen nicht gut getan, besonders bei den Kollegen im Revier ist die Trauer groß“, meint Wilms. 35 Jahre Partnerschaft zwischen Mensch und Tier, die meiste Zeit davon mit dem inzwischen verpönten hautnahen Kontakt, gehen nicht spurlos an einem vorbei.

„Die Tiermedizin half bei der 52-jährigen Rada nicht mehr weiter und die Obduktion hat unsere Befürchtungen bestätigt. Medikamente haben kaum noch angeschlagen, Rada hat fast nicht mehr gefressen, wir haben ihr einen langen Leidensweg erspart“, so Wilms.

Tefi konnte sich verabschieden

Der Asiatische Elefant, 1983 aus einem Zirkus beschlagnahmt, war zweifellos eines der Charaktertiere im Zoo. Mit der gleichaltrigen Dickhäuter-Dame Tefi sah man sie häufig im Doppel auf der Anlage, beide teilten sich eine Box im Bullenstall. Nach der tödlichen Spritze wurde Tefi Zeit gegeben, sich von Rada zu verabschieden.

Wilms: „Ein bewegender Moment für uns alle. Sie war sehr aufgeregt, stand 20 Minuten neben dem leblosen Körper, dann ist sie langsam aus dem Elefantenhaus gegangen.“ Mit schwerem Gerät musste der drei Tonnen schwere Tierkadaver verladen und zu einer auf große Tierkörper spezialisierte Beseitigungsanstalt nach Lünen gebracht werden.

In der Elefantengruppe sind jetzt noch zwei ältere (Tefi 52 Jahre, Kanaudi 51) und zwei jüngere Kühe (Ratna 26, Corny 29) und Bulle Alexander (41). Die Gruppe bleibt in ihrer Größe unverändert. Erst in einigen Jahren, wenn die älteren Kühe auch tot sind, will man jüngere Elefanten holen und dann vielleicht auch wieder versuchen, Nachzuchten präsentieren zu können.

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