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Pauline Laufer vertritt Deutschland auf internationaler Ebene

Mittendrin beim Y20-Gipfel

Münster

Pauline Laufer ist dabei: Nächste Woche tagt der Y20-Gipfel, ein Jugendgipfel auf internationaler Ebene. Drei junge Menschen zwischen 20 und 30 vertreten Deutschland beim Y20. Laufer erklärt, was der Gipfel für eine Aufgabe hat und wieso sich ehrenamtliches Engagement lohnt.

Von Doerthe Rayen 

Pauline Laufer ist beim Y20-Gipfel dabei. Foto: privat

Ehrenamtlich engagiert sich Pauline Laufer schon seit Jahren. Die 24-Jährige, die in Münster Medizintechnik studiert, ist mit ihrem Ehrenamt viel um die Welt gekommen. Sie war bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro als Volunteer im Einsatz und ist vom Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue für ihren Einsatz bei der Landessportjugend empfangen worden. Jetzt hat die Studentin aufregende Tage vor sich. Montag beginnt der Y20 in Italien – Pauline Laufer ist mittendrin.

Y20 - Jugendgipfel vor dem G20 in Italien

Der Y20 ist ein Jugendgipfel, der auf internationaler Ebene ausgetragen wird und eine Art Themen-Vorbereitung der Jugend für den Gipfel der G20-Runde darstellt. Pauline Laufer gehört zum Trio, das Deutschland vertreten darf. Neben ihr reisen auch Jonas Dechent und Sophie Utner nach Italien. Anders als die meisten anderen Nationen haben die Deutschen Glück, vor Ort sein zu können. Sie haben eine Unterkunft in der Nähe von Mailand. Der Gipfel wird von Montag bis Freitag allerdings digital stattfinden. Eine Herausforderung für das Organisationsteam, denn mit allen Beteiligten aus der Welt bleibt nur ein kurzes Zeitfenster für die Tagung: Es soll schließlich nicht zu früh für die anderen, aber auch nicht mitten in der Nacht für die anderen sein.

Delegierte aus 19 Ländern und der EU 

Die Delegierten aus den unterschiedlichen Ländern haben sich in den zurückliegenden Monaten Arbeitsgruppen angeschlossen. Deren Aufgabe ist es, Thesenpapiere zu formulieren, die mit der Bundesregierung mit Blick auf den G20 im Oktober geteilt werden. Inhaltlich geht es um Klima und Energie, Inklusion und Innovation sowie Digitalisierung und Zukunftsplanung. „Die Arbeit war sehr gut“, fasst Pauline Laufer zusammen. Sie hätten sich natürlich in erster Linie fachlich ausgetauscht, doch es seien auch Freundschaften entstanden. „Wir haben uns zum Kennenlernen immer wieder in kleinen Gruppen getroffen. Und wir hatten einen Kaffee-Chat, einfach nur zum Plaudern“, erzählt die Studentin.

Y20

Eigentlich kommt Pauline Laufer aus Meinerzhagen im Sauerland. Dort hat sie schon als Jugendliche ehrenamtliche Tätigkeiten übernommen. Angefangen hat alles in ihrem Reitverein. Weil die Arbeit ihr Spaß machte, hat sie immer weiter gemacht - und sich von Gremium zu Gremium weiter vorgearbeitet. Über den Landessportbund hat sie auch ihre Bewerbung für den Y20 abgeschickt. Und sich über die positive Antwort gefreut „Es ist mir eine Ehre, für Deutschland dabei zu sein.“

Mitgestalten der Zukunft

Die jungen Menschen, die seit Monaten die Köpfe für den Gipfel zusammenstecken, haben ein hohes Ziel: Sie wollen eine Zukunft schaffen, in der jeder gern lebt, gesund bleibt und gleiche Chancen bekommt. Die Teilnehmer kommen aus ganz Europa. Zur Gruppe der G20 gehören aber etwa auch weitere Länder wie die USA, China, Argentinien oder Saudi Arabien. „Die Arbeit in unserer Gruppe ist sehr motivierend. Wir spüren, dass wir alle ähnliche Ziele verfolgen, egal wo wir leben. Grenzen spielen für uns keine Rolle. Wir leben alle in einer Welt“, erklärt die 24-Jährige. Sie motiviert Kinder und Jugendliche, sich einzubringen. Das könne schon ein Flohmarkt für den Tierschutz sein oder eine Müllsammelaktion. Einfach mal loslegen, ermuntert Pauline Laufer. Sie weiß: „Es macht viel Freude, vor allem spürt man, dass man etwas bewegen kann.“ Nebenbei lerne man auch gutes Zeitmanagement: „Ich kann mich gut organisieren. Studium und Workshops für den Y20 liefen ja jetzt parallel.“

Pauline Laufer

Pauline Laufer findet, dass ihre Generation durchaus politisch ist und eine Meinung hat. Nur fallen oft diejenigen mehr auf, die laut und rücksichtslos seien. Beim Y20 hätten alle ein Ziel: „Wir dürfen nicht locker lassen und müssen uns und unsere Ideen für die Zukunft einbringen“, fordert die Studentin. Dass Expertenwissen in der Regel nur Erwachsenen vorbehalten werde, findet sie unglücklich: „Frage einen Fünfjährigen: Der weiß bestimmt mehr über Dinosaurier als so mancher Erwachsene.“ Den Jugendgipfel sieht sie als große Chance der jungen Generation eine Stimme auf der internationalen Ebene zu geben. Sie hofft, dass die Politikerinnen und Politiker der G20-Runde im Oktober gut zuhören.

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