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20 Jahre Münster-„Tatort“

Der neue Fall von Boerne und Thiel: „Ein Freund, ein guter Freund“

Münster

Seit 20 Jahren ermitteln Prof. Boerne und Kommissar Thiel gemeinsam im Münster-„Tatort“. In der Jubiläumsfolge geht es um Freundschaft, Liebe, Treue – und einen Mordfall. Und Boerne hängt irgendwie mit drin – blind vor Liebe.

Von Carsten Linnhoff (dpa)

Beste Freunde von Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, l.) sind Veronika (Proschat Madani) und Friedhelm Fabian (Jan Georg Schütte). Der erfolgreiche Anwalt und seine Frau wollen auswandern. Doch es kommt anders. Foto: ARD

Das gefällt Professor Boerne: Vor der versammelten besseren Gesellschaft Münsters darf der Rechtsmediziner eine Abschiedsrede halten. Auf ein befreundetes Ehepaar, das die Stadt verlassen will. Er (Jan Georg Schütte), ein Top-Rechtsanwalt mit Kontakten in alle Gesellschaftsbereiche, und sie (Proschat Madani), Boernes heimliche Liebe.

Bei der Gartenparty lässt es der Professor erst mit Worten, dann mit Alkohol so richtig krachen. Der Kater am nächsten Tag wird fürchterlich. Das ist der Auftakt für die Jubiläumsfolge „Ein Freund, ein guter Freund“, die anlässlich des 20-jährigen Geburtstags des Münster-„Tatorts“ am Sonntag (13. November) ausgestrahlt wird.

Boerne protzt – und Thiel ist genervt

Hinter seinem Rücken machen sich die Kollegen lustig – über die angeblich so spontane und nicht vorbereitete Rede. Geladen sind auch die Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann), Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Boernes Assistentin Silke Haller (ChrisTine Urspruch). Boerne protzt mit seinen akademischen Titeln – und Thiel wünscht sich, der Professor möge doch endlich mal die Schnauze halten.

Schnitt: In einer heruntergekommenen Anwaltskanzlei knüpft sich Mafiaboss Nino Agostini (Claudio Caiolo) seinen Verteidiger vor. Der hat einen Prozess vergeigt und darf sich jetzt die Drohungen von Münsters Paten anhören. Kurz darauf ist er tot. Eine Kugel steckt in seinem Körper. Regisseurin Janis Rebecca Rattenni („Kommissar Dupin“) führt die Zuschauer mit einem ungewohnten Stilmittel, einem geteiltem Bildschirm, von einer Handlung zur nächsten. Für sie ist es die erste Regiearbeit bei einem „Tatort“. „Ich glaube, die größte Herausforderung beim ‚Tatort‘ aus Münster ist es, die Balance zwischen Krimi und Komödie zu finden“, sagte Rattenni über den Fall.

Münsters „Tatort“

Ein toter Anwalt, eine Entführung und die Mafia

Und das gelingt ihr durchaus, denn Ratteni verknüpft mehrere Handlungsstränge kurzweilig miteinander und garniert die Geschichte um den toten Anwalt, eine Entführung und die Mafia im Münsterland gekonnt mit den gewohnt witzigen Wortduellen zwischen den Figuren, die nur auf den ersten Blick so wenig zueinander passen.

So spielt Drehbuchschreiber Benjamin Hessler gewohnt bissig mit gekonnter Wortakrobatik. Als der Chef der Rechtsmedizin dringend auf Laborergebnisse wartet, fordert er seine kleinwüchsige Assistentin auf, „Druck von unten“ bei den Kollegen auszuüben. „,Druck von unten’ sagt er von oben herab“, empört sich Haller – und greift dennoch zum Telefonhörer, um die Kollegen unwillig auf Trab zu bringen.

Seltene Einblicke in Boernes Gefühlswelt

Nach dem Finale erlaubt der Professor den Zuschauern einen seltenen Einblick in seine Gefühlswelt. Liebe, so Boerne zu Thiel, sei nichts anderes als eine Fehlfunktion, die fatale Konsequenzen haben könne.

Der ARD-Krimi „Tatort“ aus Münster: „Ein Freund, ein guter Freund“ wird am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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