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Richtfest am Coesfelder Kreuz

Münsters größte Baustelle: Viel Platz für die Uni-Medizin

Münster

Das Großprojekt "Forschungscampus Ost" der Medizinischen Fakultät nimmt Form und Gestalt an. Am Montag war am Coesfelder Kreuz Richtfest – gefeiert wurde in luftiger Höhe.

Von Karin Völker

Der Rohbau für die großen Forschungsbauten am Coesfelder Kreuz ist fertig. Im Medizinischen Forschungszentrum MedForCe und im Body & Brain-Institute sollen bald 900 Wissenschaftler arbeiten können. Foto: Matthias Ahlke

Valentina Nachtigall, zuständig für die Logistik von Münsters derzeit größter Baustelle am Coesfelder Kreuz, war am Montag tätig als Aufzugführerin und beförderte in ihrem Materiallift Dutzende von Gästen inklusive der Bläser-Band Galaxy Brass auf das 17 Meter hohe Dach des Rohbaus auf dem neuen Forschungscampus Ost. Dorthin hatte die Medizinische Fakultät zum Richtfest für ihre neuen Forschungsbauten eingeladen.

Das Medizinische Forschungs-Centrum, kurz MedForCe und Body & Brain-Institute Münster (BBIM), werden die Universitätsmedizin in Münster auf ein neues Niveau heben, da waren sich in luftiger Höhe alle Redner einig. Dekan Prof. Frank Müller bekannte: „Ich bin riesig glücklich“ – glücklich darüber, dass die Raumnot, die die Fakultät bei der Forschung begrenze, behoben werde.

Grundsteinlegung vor 18 Monaten

Vor 18 Monaten war der Grundstein für das Großprojekt gelegt worden – und bisher seien die Arbeiten und auch die Kosten im Plan, betonte der Kaufmännische Direktor Dr. Christoph Hoppenheit. Für die zweite Bauphase ist er angesichts explodierender Materialpreise nicht sicher, dass dies so bleibe – allein der Preis für Baustahl, von dem bisher 4000 Tonnen verarbeitet wurden, seien um 50 Prozent gestiegen. Ein Puffer von insgesamt zehn Prozent der Kosten hat das Land NRW, das den Löwenanteil davon trägt, bereits bei der Planung berücksichtigt.

Im MedForCe werden die Institute für Virologie, Hygiene und Mikrobiologie einziehen. Außerdem werden in dem Gebäude Laborflächen für wechselnde Forschungsprojekte der Fakultät angesiedelt.

Kommentar: Platz für Inspiration

Dem Dekan war es schon beim Richtfest wichtig zu betonen, dass die begehrten Laborflächen an detaillierte Regeln geknüpft und nicht „gutsherrlich“ vergeben würden. Die Exzellenz der Projekte, die hier für jeweils fünf bis sechs Jahre einziehen dürfen, werde ausschlaggebend sein.

Zusammenwirken von Gehirn und Körper erforschen

Im angrenzenden BBIM wird voraussichtlich ab 2024 interdisziplinär das Zusammenwirken von Gehirn und Körper untersucht – der Schwerpunkt liegt dabei auf er Erforschung der Auswirkung von entzündlichen Prozessen, wie Prof. Heinz Wiendl, als Neurowissenschaftler einer der künftigen Nutzer, betonte. Hieronimus Nickl, Chef des planenden Architekturbüros, setzt auf die Gestaltung von Kommunikationsräumen für die Wissenschaft. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen betrachtet die Landesförderung als Beitrag zu einer insgesamt stärkeren Universitäts-Medizin in NRW und erwartet nun eine intensivere Vernetzung. Nach dem Spatenstich bei der Forschungsfertigung Batteriezelle war sie schon zum zweiten Mal innerhalb einer Woche in Münster.

Daten zum Projekt

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