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Abfallwirtschaftsbetriebe wollen Fuhrpark umstellen

Münsters Müllabfuhr wird elektrisch

Münster

Noch ist es Zukunftsmusik, aber der Wille ist da: Die Abfallwirtschaftsbetriebe planen eine Umstellung der Müllabfuhr auf Elektrofahrzeuge – unter anderem, um von einer Million Liter Diesel wegzukommen, die aktuell pro Jahr benötigt werden.

Von Klaus Baumeister

Den ganzen Tag über laufen viele AWM-Mitarbeiter neben und hinter einem Müllfahrzeug mit brummenden Dieselmotor. Kein Wunder, dass sie sich über die Umstellung auf leisere E-Fahrzeuge freuen. Foto: hpe

Die Müllabfuhr dient dem Umweltschutz. Zugleich aber ist der Energiehunger des Fuhrparks der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) gewaltig. Eine Million Liter Diesel benötigen die AWM im Jahr, so deren Chef Patrick Hasenkamp.

Und der Bedarf in dem städtischen Betrieb mit seinen 420 Bediensteten steigt. Je 5000 Einwohner, rechnete Hasenkamp bei einem Pressegespräch vor, werde in der wachsenden Stadt ein weiteres Entsorgungsteam samt Abfuhrfahrzeug benötigt.

Auslieferung der E-Fahrzeuge erst 2022

Da liegt es auf der Hand, dass die AWM über einen Umstieg auf E-Fahrzeuge nachdenken. Zwei Müllfahrzeuge wurden bereits bestellt, werden wegen aktueller Lieferengpässe aber erst im kommenden Jahr geliefert.

Finanziell ist die perspektivische Umstellung der rund 50 Müllfahrzeuge nur machbar, so die Auskunft des stellvertretenden Betriebsleiters Christian Wedding, weil der Bund 80 Prozent der Kosten übernehme. Unter diesen Bedingungen sei die Umstellung lukrativ, da die AWM selbst produzierten Strom nutzen könnten. Weiterer Vorteil: Die neue Fahrzeuge sind wesentlich leiser. „Die Mitarbeiter finden das gut.“

Kommentar: Jeder kann das Preisschild sehen

Wertstofftonne hat sich bewährt

Eine positive (Zwischen-) Bilanz zogen Hasenkamp und der für die AWM zuständige Stadtrat Matthias Peck zu der 2019 eingeführten Wertstofftonne. Die gemeinsame Abfuhr von Verpackungen und stoffgleichen Plastik- sowie Metallabfällen in einer Tonne bei Verzicht auf die gelben Säcke habe sich bewehrt. Auch die Finanzierungsfragen seien mit dem Dualen System Deutschland (DSD), das für die Entsorgung von Verpackungen zuständig ist, geklärt.

Patrick Hasenkamp, aktiv im Verband kommunaler Unternehmen, sagte in diesem Zusammenhang, dass die Wertstofftonne auch in den aktuellen Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP zur Bildung einer neuen Bundesregierung eine Rolle spiele.

Neue Doppelspitze bei den AWM

Der Wirtschaftsplan der AWM sieht für das Jahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 64 Millionen Euro vor. Größte Ausgabenpunkt ist die Vorbehandlung und Entsorgung von Restmüll.

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