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Fracht der „MSC Zoe“ geborgen

Münster-Software forscht im Hafen

Münster

Software des münsterischen Unternehmens Hansa-Luftbild half jetzt dabei, verlorene Ladung des Frachters „MSC Zoe“ im Hafen von Bremerhaven aufzuspüren. Vor knapp drei Wochen erst verlor die „MSC Zoe“ bereits im Sturm auf der Nordsee rund 300 Container. Weitere Fracht rutschte beim Löschen der Ladung in das Hafenbecken.

Gabriele Hillmoth

An einem Terminal in Bremerhaven (Archivbild) werden die beschädigten Container der havarierten „MSC Zoe“ entladen. Foto: Gunnar A. Pier

Das Containerschiff „MSC Zoe“ hat Bremerhaven wieder verlassen. Bis zur Abfahrt lag das Schiff aber einige Tage im Hafen, denn zahlreiche Container landeten beim Löschen der havarierten „MSC Zoe“ zusätzlich im Hafenbecken. Doch spezielle Software, entwickelt vom münsterischen Geoinformations-Dienstleister Hansa-Luftbild AG, spürte diese Container auf und ermöglichte eine gezielte, schnelle Bergung.

„Die gesamte Hafenverwaltung wird über das geografische Informationssystem Geoport abgewickelt“, erklärt Hans-Christoph Tielbaar von Hansa-Luftbild den Softwareeinsatz in der Praxis. Aber nicht nur Bremenports arbeitet mit dem System aus Münster, auch der Hafen in Duisburg ist nach Angaben des Unternehmens damit ausgerüstet.

300 Container im Sturm verloren

Vor knapp drei Wochen war die „MSC Zoe“, die mit Platz für 19 224 Container eines der größten Frachtschiffe ist, in der Nordsee unterwegs und verlor im Sturm rund 300 Container. Diese wurden teilweise auf Borkum und auf den niederländischen Inseln Terschelling und Schiermonnikoog angeschwemmt.

Um weitere Frachtverluste zu vermeiden, wurde die „MSC Zoe“ später in Bremerhaven teilentladen und auf ihre Fahrtüchtigkeit überprüft. Allerdings gingen beim Löschen der verkeilten Container weitere Teile der Ladung über Bord. Die Fracht blieb als Hindernis vor dem Terminal und damit vor dem Entladeplatz liegen, heißt es in einer Pressemitteilung von Hansa-Luftbild.

Spezialschiff liefert Daten

Der Bremerhavener Hafenbetreiber Bremenports startete darum mit einem speziellen Boot eine Such­aktion. Ausgerüstet mit Echolot und Peildaten wurden exakte Daten übermittelt, wo die Container im Wasser liegen und wo sie ein Hindernis für die Schifffahrt sein können. In einem tideabhängigen Gebiet ein schwieriges Unterfangen, so die Experten. Selbst 14,3 Meter unter der Wasseroberfläche sei Ladung „gesichtet“ worden.

Sämtliche Daten des Spezialschiffes wurden in eine Datenbank für weitere Hafennutzer eingespielt. In unmittelbarer Umgebung der 400 Meter langen „MSC Zoe“ beträgt der Abstand zwischen der auf dem Grund des Entladeplatzes „Stromkaje“ liegenden verlorenen Ladung und dem aktuellen Tiefgang des 400-Meter-Schiffes weniger als zwei Meter. Wäre das Schiff voll beladen, läge es tiefer im Wasser, hätte es Kontakt.

Nicht auszumalen, was geschehen würde, wenn Position und Tiefe der Ladungsteile nicht oder nicht genau bekannt wären, betont Hansa-Luftbild.

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