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Fotoausstellung im „Urban Club P 41“: Anna Roters

Mutterschaft – ein fundamentales Menschheitsthema

Münster

Mutterschaft stellt eine Ausstellung der Fotografin Anna Roters zur Diskussion.

Von Gerhard H. Kock

Die münsterische Fotografin Anna Roters lädt mit ihrer Ausstellung „Motherhood“ dazu ein, sich intensiv mit Mutterschaft und deren unzähligen Aspekten zu beschäftigen. Foto: Gerhard H. Kock

Es gibt für die Menschheit nicht viele Themen, die direkt und unmittelbar ans Existenzielle rühren – für alle Menschen sowie für jeden, aber vor allem jede Einzelne: die Mutterschaft. Die Fotografin Anna Roters hat das herausfordernde Thema angepackt, in dem sie sich unter anderem intensiv mit zwölf Menschen beschäftigt hat, die keine leiblichen Kinder haben wollen. Die daraus entstandene Bachelor-Arbeit an der Universität Dortmund lädt derzeit im Herzen der Stadt zur berührenden und nachdenklich stimmenden Beschäftigung mit Menschheitsfragen ein – im Urban Club des P41.

Die Adventszeit ist ein passender Zufall. Erzählt Weihnachten schließlich nicht nur von der Geburt Jesu, sondern zugleich notwendigerweise auch von der Mutterschaft Marias.

Anna Roters geht mit ihrer fotografisch-essayistischen Arbeit ein Tabuthema an. Der Uterus als aller Menschen Lebenswiege ist der Ausgangspunkt. Welchen Status, welche Bedeutung bringt dieses körperliche Merkmal mit sich? Letztlich steht dahinter die Frage: Wem gehört der Körper? Eine Frage, der sich überwiegend Frauen konfrontiert sehen. Erst recht, wenn es um Sterilisation geht.

Die zwölf von Anna Roters befragten Personen erläutern ihre höchst persönliche Sicht der Dinge, ihre Nöte, ihre Freiheit, den gesellschaftlichen Druck, dem sie sich ausgesetzt sehen. Die Ausstellung zeigt die Vielzahl an Gründen, Haltungen, Ausprägungen von Personen, die eine körperliche Mutterschaft nicht leben wollen: Die Geschlechtsidentität widerspricht den körperlichen Merkmalen; die Leidenschaft für den Beruf steht einer Mutterschaft im Wege; oder manche Frauen möchten ihre Mutterschaft lediglich sozial, zum Beispiel als Tante, leben. Anna Roters formuliert die Vielfalt so: „Es gibt so viele Positionen, wie es Frauen auf der Welt gibt.“

Die münsterische Fotografin hat neben großformatigen Fotografien der Personen und deren Statements zudem ihr Buch zum Thema ausgelegt, das unter anderem aufzeigt, wie vor allem männliche Denker ihre Konzepte zur Mutterschaft postulieren. Es gibt zudem eine Art Wünschebaum, der von der Decke hängt. Auf Postkarten können Besucher ihre Ansichten äußern: „Eigene Kinder sind für mich. . .“, „Mutterschaft bedeutet für mich . . .“ oder  „Mütterlichkeit bedeutet für mich. . .“. Die Fotografin Anna Roters hat diese persönliche Frage für sich geklärt: „Ich selber würde super gerne Kinder bekommen.“

Die Ausstellung ist bis zum Sonntag (18. Dezember) im Urban Club P 41, Prinzipalmarkt 41, zu sehen. Geöffnet: bis Freitag täglich von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 12 bis 18 Uhr, Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Die Fotografin freut sich auf Gespräche.

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