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Junge Gründer präsentieren sich im „Reach“

Nachhaltigkeit taugt als Geschäftsidee

Münster

Sich nach dem Studium mit einer Geschäftsidee selbstständig machen, Unternehmer werden, statt bei einem Unternehmen als Angestellter anzuheuern: Wer diesen Mut hat, kann sich vom Start-up-Center der WWU „Reach“ helfen lassen. Die zehn erfolgreichsten Start-up-Firmen stellten sich jetzt bei einem „Demoday“ vor. Mit immer digitalen und oft der Nachhaltigkeit verpflichteten Geschäftsideen.

Von Karin Völker

Die jungen Gründer und das Team des Reach ließen nach dem „Demoday“ in den Räumen des Start-Up-Centers der WWU an der Geiststraße.Glitzerkonfetti regnen. Foto: Reach

Das Arbeitsleben als Unternehmer hat den Ruf, hart zu sein. Die jungen Leute, die am Montagabend im Livestream des Hochschul-Start-up-Centers „Reach Euregio“ vor die Kamera traten, erzählten aber nicht von Rivalität und Konkurrenzdruck – noch nicht. Beim ersten „Demoday“ der vom Land an der WWU geförderten Anschubhilfe für den Gründergeist zählten die guten Geschäftsideen und Freude an kreativer Entwicklung.

Die zehn Start-up-Firmen junger Hochschulabsolventen aus Münstrer, die sich präsentierten, meinen es ernst mit dem Unternehmertum. Sie haben ein sechsmonatiges Coaching im „Inkubator“ Reach hinter sich. Sie alle werden weiter gefördert und beraten und planen nun die nächsten Schritte auf dem Markt.

Gartentraum auch ohne Balkon

Zum Beispiel Jonas Hülskötter, der mit seinen Partnern im Start Up „Urbanhive“ verspricht, den Traum vom Gemüse- und Obst-Anbau auch in jeder noch so kleinen Wohnung ohne Balkon zu realisieren. Mit Pflanzboxen, speziellen Samenkapseln bis hin zur App, die Bewässerung steuert, Tipps für Ernte und Verarbeitung gibt. Nachhaltigkeit ist auch für andere Jungunternehmer die treibende Idee: Das Unternehmen „Agriportance“ bringt in einer App Landwirte und Mineralölunternehmen zusammen, die einen Kraftstoff für den Schwerlastverkehr vermarkten, der aus Restprodukten von Biogasanlagen gewonnen wird. Dem Umweltschutz sind auch die jungen Gründerinnen von „All cup“ verpflichtet, die mit ihrem kompostierbaren, hitzebeständigen und auslaufsicheren Kaffeebecher zur „Coffee-to-go-Revolution“ aufrufen. Die Unternehmerinnen von „Herbesom“ bieten individuell mischbare Naturkosmetik an.

Digitales ist Trumpf

Andere Geschäftsideen mit Potenzial: Die Firma „Unikat-Railings“ druckt per 3D-Technologie individuelle Geländer. „Fahrzeugenthusiast“ Pascal Randon hat mit seinem Team von „Lots to drive“ eine Verkaufsplattform für Liebhaberfahrzeuge aufgesetzt. Digitale Geschäftsmodelle sind ohnehin Trumpf: Das Start-up „Pixel Photonics“ bietet an, per Quantentechnologie die Datensicherheit zu erhöhen, das Team „Joos“ schafft per App die Möglichkeit für Kreative, sich abseits der großen Social-Media-Plattformen direkt von ihren Rezipienten bezahlen zu lassen. Andere App-Entwickler leisten Hilfe für Investoren beim Innovationsmanagement oder bei Kreativprozessen. Rund 500 Menschen sahen dem „Pitch“ der jungen Gründer zu.

„Investor des Jahres“ macht Mut

Ehrengast Robert Lacher, soeben gekürt als Investor des Jahres 2021, machte allen Mut, die mit dem Gründungsgedanken spielen. In der Lebensphase direkt nach dem Studium habe man wenig zu verlieren – aber viel an Erfahrung zu gewinnen

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