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Stefan Nacke zieht über Liste ein

Überraschung in Münster: dritter Abgeordneter im Bundestag

Münster

Es war eine Nacht zwischen Hoffen und Bangen: Für den münsterischen CDU-Politiker Dr. Stefan Nacke nahm die Wahl am frühen Montagmorgen aber noch einen glücklichen Verlauf. Viele hatten damit nicht mehr gerechnet.

Von Dirk Anger

Über die Liste doch im Bundestag: Dr. Stefan Nacke Foto: Oliver Werner

Gegen 2 Uhr in der Nacht zu Montag bekam der im Kampf um das Direktmandat bei der Bundestagswahl unterlegene CDU-Bewerber Dr. Stefan Nacke einen verlässlichen Hinweis, dass es für ihn doch noch mit dem Bundestag klappen könnte. Es begannen Stunden des Hoffens und Bangens. Erst am Montagmorgen um kurz vor acht Uhr gab es die erlösende Gewissheit vom Landeswahlleiter: Der münsterische CDU-Landtagsabgeordnete zieht über die Liste überraschend doch in den Bundestag ein.

Tags zuvor hatte er noch im Erststimmen-Rennen gegen die grüne Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink den Kürzeren gezogen. Doch angesichts des eher schwachen Abschneidens der CDU in NRW mit Blick auf die Direktmandate zog die Landesliste locker bei Nackes Platz 18. Als das Zweitstimmen-Ergebnis aus allen Wahlkreisen der Bundestagswahl feststand, bekam der Münsteraner offiziell grünes Licht. „Ich freue mich sehr.“

Hängepartie um Einzug in den Bundestag

Zunächst hatte es so ausgesehen, als wäre die münsterische CDU erstmals in der Nachkriegsgeschichte nicht mehr mit einem eigenen Abgeordneten in Berlin vertreten. Das wäre ein Super-GAU für die Christdemokraten in der einst schwarzen Hochburg gewesen, die schon beim Zweitstimmenergebnis bei dieser Bundestagswahl auf Platz drei hinter Grüne und SPD gefallen sind.

Doch jetzt ist die Domstadt  im 20. Deutschen Bundestag erneut mit drei Abgeordneten vertreten. Neben der direkt gewählten Maria Klein-Schmeink und der über die SPD-Landesliste erstmals in den Bundestag eingezogenen Bundesumweltministerin Svenja Schulze komplettiert Stefan Nacke das Münster-Trio.

Erste Glückwünsche kommen per Social Media

Erste Glückwünsche erreichten den 45-Jährigen schon tief in der Nacht über die Sozialen Medien – etwa von CDU-Chef Hendrik Grau. Am Mittag war Nackes E-Mail-Postfach dann voll. „Ich habe noch gar nicht alles gelesen.“ Sein Landtagsmandat will er erst abgeben, wenn Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsidenten in NRW gewählt wird, wie der Hiltruper am Montag sagte. Unterdessen richtete der Sozialpolitiker den Blick schon auf Berlin, wo am Dienstag die erste Fraktionssitzung ansteht. „Ich bin echt gespannt.“

Nacke hatte die Hoffnung nicht aufgegeben

Für die münsterische CDU nahm ein enttäuschend verlaufener Wahlabend so noch eine überraschende und glückliche Wendung. Nacke selbst hatte bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgeben. „Ich habe es im Blut, ich komme da rein“, hatte der Hiltruper am Wahlabend gesagt. Er sah sich nicht getäuscht.

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