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Honigmarkt am 24. Oktober auf dem Mühlenhof

Naschkatzen feiern ein Bienenfest

Münster

Die Imkerei brummt in Münster, der Kreisimkerverein hat inzwischen über 250 Mitglieder. Beim Honigmarkt am 24. Oktober zeigen sie, was sie können . . .

Von Lukas Speckmann

Wer im Bienenhaus auf dem Mühlenhof nicht alles über Bienen lernt, dem ist einfach nicht zu helfen (v.l.): Marktleiter Klaus Höse, Maren Prinz (Mühlenhof), Andrea Thonemann (Kreisimkerverein), Dr. Marika Harz (Landwirtschaftskammer) und Dr. Thomas Klüner (Landesverband) laden zum Honigmarkt am 24. Oktober ein. Foto: Matthias Ahlke

Es kommt nicht oft vor, dass das Freilichtmuseum Mühlenhof auf das Eintrittsgeld verzichtet. Doch für den Honigmarkt wird eine Ausnahme gemacht: Am 24. Oktober gehört das Gelände von 9.30 bis 18 Uhr dem Kreisimkerverein Münster und dem Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker. An 16 Ständen werden Honig und andere Imkereiprodukte feilgeboten, es gibt Vorträge und Vorführungen – und als Höhepunkt des Tages werden Münsters feinste Honigproben mit Preisen ausgezeichnet.

Der letzte Honigmarkt dieser Art fand 2016 am Schloss statt. 2020 wäre Münster wieder an der Reihe gewesen, aber Corona kam dazwischen. Weil das Schloss derzeit umgebaut wird, bot sich der Mühlenhof als guter Gastgeber an – und eigentlich sind damit alle Beteiligten mehr als zufrieden: „Auf solchen Höfen wurden immer Bienen gehalten“, betont Dr. Thomas Klüner, der Vorsitzende des Landesverbands. Und schließlich gibt es hier ja auch das Bienenhaus, das dem Kreisimkerverein schon lange als ideelle Basis dient.

Interesse an Imkerei nimmt seit Jahren zu

Der Imkerverein brummt übrigens, wie die kommissarische Vorsitzende Andrea Thonemann bestätigt. Vor zehn Jahren hatte der Verein 80 Mitglieder, Durchschnittsalter 68 Jahre. Jetzt sind es 257 Mitglieder, und sie sind im Schnitt 20 Jahre jünger, außerdem sind mehr Frauen dabei als früher. Das Interesse an Natur, Umweltschutz und gesunder Ernährung sei eben enorm gestiegen. 1700 Völker werden in Münster gezählt.

Die hatten es in diesem Jahr nicht leicht. Im März war es warm, im Mai hingegen kalt und feucht – das hält die stärkste Biene nicht aus. 730 Kostproben zu je drei Gläsern mit Frühjahrshonig, Sommerhonig fest und Sommerhonig flüssig – von Fachleuten „Lose“ genannt – wurden im August von den Honigprüfern unter die Lupe genommen. In guten Jahren waren es schon mal 1200 Lose.

30 Honigproben, alle rückstandsfrei

Es handelt sich um die größte Honigbewertung Deutschlands, betont Dr. Klüner. 30 der besten Honigproben, allesamt rückstandsfrei, werden beim Honigmarkt ausgezeichnet. Die Menge ist zwar vergleichsweise klein, die Qualität jedoch hervorragend, betont Marktleiter Klaus Höse, der Ehrenvorsitzende des Kreisimkervereins. Worauf es ihm besonders ankommt: Es darf beim diesjährigen Honigmarkt auch genascht werden. Das sei vor wenigen Corona-Wochen noch gar nicht abzusehen gewesen.

Dass Münsters Bienen so gute Arbeit leisten können, liege auch am verhältnismäßig üppigen Blütenangebot in der Stadt – während die Landbienen oft mit landwirtschaftlicher Monokultur zu kämpfen haben. Von Maisfeldern wird keine Biene satt. Von Steingärten allerdings auch nicht . . .

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