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Erster Spatenstich erfolgt

Neue Kläranlage sorgt für riesige Baustelle im Norden

Münster

Münsters Kläranlage bekommt eine vierte Reinigungsstufe. Das hört sich unspektakulär an, ist aber spektakulär und auch teuer. Am Dienstag erfolgte der offizielle Startschuss.

Von Klaus Baumeister

Dieses Luftbild dokumentiert die Dimension der Erweiterungsarbeiten an der Hauptkläranlage in Coerde. Sie sind erforderlich für die vierte Reinigungsstufe. Foto: Stadt Münster / Oliver Werner

„Ich habe schon mal überlegt, ob ich mir in Münster ein Zimmer nehme.“ Mit dieser launigen Bemerkung eröffnete Landesumweltminister Oliver Krischer am Dienstagmorgen sein Grußwort auf dem Gelände der Hauptkläranlage in Coerde. Münsters Oberbürgermeister hatte ihn zuvor mit der Feststellung begrüßt, dass der hohe Gast aus Düsseldorf innerhalb weniger Tage gleich zwei Mal nach Münster komme. Erst zur Eröffnung eines Teilabschnitts des neuen Radweges entlang des Dortmund-Ems-Kanals und dann zum ersten Spatenstich für die Erweiterung der Kläranlage.

„Das liegt daran, dass sie so klasse Sachen machen“, gab Krischer den Ball an Münster zurück. Ihm war die Freude anzumerken, dass in Münster ein Thema angepackt wird, das demnächst auch auf viele andere Kommunen zukommt: Die Rede ist von der vierten Reinigungsstufe für Kläranlagen. Hierfür seien „exorbitant hohe“ Investitionen erforderlich, gestand der Minister. „Aber sie sind notwendig.“

Bei der vierten Reinigungsstufe in der Kläranlage handelt es sich laut Krischer um ein „technisch ausgereiftes“, gleichwohl bislang nur selten selten angewandtes Verfahren, um Stoffe aus dem Abwasser zu holen, die man bislang nicht rausholen kann: Mikroschadstoffe, Mikropartikel, Medikamentenrückstände und Nährstoffe. Die Stadt Münster rechnet mit 116 Millionen Euro Kosten für den Erweiterungsbau, der bis 2026 entstehen soll, 34 Millionen Euro davon übernimmt das Land.

Reinigungsstufe braucht sehr viel Energie

Oberbürgermeister Markus Lewe ging in seiner Ansprache auf einen Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und Abwässerreinigung ein, der sich bei der Großinvestition ergebe: Für die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage ist sehr viel Energie erforderlich. Diese aber werde, so Lewe weiter, auf dem Gelände selbst produziert, sodass man von einer „Kreislaufwirtschaft“ sprechen könne.

Vier Reinigungsstufen

In Coerde, erklärte Lewe, werde eine Investition getätigt, von der die Öffentlichkeit kaum etwas mitbekomme. „Aber die nachwachsende Generation bekommt davon etwas mit“ – in Form einer sauberen Umwelt.

Die bisherige Kläranlage wird während der laufenden Bautätigkeiten unvermindert weiterarbeiten. Täglich werden etwa 60 000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. 42 Stunden lang läuft das Wasser durch die Anlage, bevor es dann geklärt in die Ems fließt. Für die Abwasserreinigung stehen nach Angaben des städtischen Presseamtes neben der Hauptkläranlage vier kleinere Kläranlagen zur Verfügung, ferner 23 Regenklärbecken sowie rund 100 Pumpwerke.

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