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Preisverleihung zum Schülerwettbewerb

Neugier auf jüdisches Leben geweckt

Münster

Die Gedenkfeiern zum 9. November liegen erst wenige Tage zurück – das Thema Antisemitismus aber bleibt aktuell. Weit über 2300 Straftaten gab es im vergangenen Jahr. Um dem wachsenden Antisemitismus entgegenzuwirken, startete die Bezirksregierung Münster den Schülerwettbewerb „Shalom – jüdisches Leben“. Ziel war es, dass die Schülerinnen und Schüler mit dem Judentum als Kultur in Kontakt treten. Die prämierten Arbeiten zeigen: Es ist gelungen.

Von Ulrich Schaper

Ehrengast der Veranstaltung in der Bezirksregierung war Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden. Ebenso wie die Teilnehmer erhielt auch er einen Kapuzenpullover mit dem Aufdruck „Shalom“. . Foto: Oliver Werner

MünsterMit Wanderpokalen ist das so eine Sache. Nicht nur, dass man sie in der Regel zurückgeben muss, nein, man muss sie auch erst einmal mit nach Haus bekommen: Die Skulptur, die die sechs Schüler des Gymnasium Martinum in Emsdetten erhielten, maß gut und gerne zwei mal zwei Meter. Verliehen bekamen sie sie als Gewinner des Wettbewerbs „Shalom – jüdisches Leben“.

Preisträger aus Emsdetten, Coesfeld und Münster

Mit ihrem Brettspiel „Dufte Zocken“ überzeugten sie nicht nur Regierungspräsidentin und Initiatorin des Wettbewerbs, Dorothee Feller, sondern auch die übrige Jury mit Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (Antisemitismus-Beauftragte des Landes NRW), Abraham Lehrer (Vizepräsident des Zentralrats der Juden), Judith Neuwald-Tasbach (Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen), Sharon Fehr (Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Münster) und Falk Schnabel (Polizeipräsident in Münster). Als Ehrengast und Redner wohnte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, der Veranstaltung bei.

1. Platz: Brettspiel "Dufte Zocken", Gymnasium Martinum, Emsdetten mit: Sophia Miethe, Sina-Marie Werning, Leon Alert, Florian Benker, Tristan Ruhmöller, Max König, Projektlehrerin Jasmin Lucas Foto: Oliver Werner

Die Idee zu dem Wettbewerb war vor etwa einem Jahr entstanden, bei der Ausarbeitung eines Redemanuskriptes für eine Gedenkfeier zum 9. November. Nun, ein Jahr später, wurden am Donnerstag bei einer Feierstunde im Gebäude der Bezirksregierung die besten Arbeiten prämiert. „Die Idee war es, neugierig zu machen auf die jüdische Kultur und das jüdische Leben. Wenn wir etwas im Umgang miteinander ändern wollen, dann ist es wichtig, bei jüngeren Generationen anzufangen“, sagte Dorothe Feller, sie sich über die große Resonanz unter den Schulen des Regierungsbezirkes freute: Über 150 Beiträge wurden eingereicht.

Den zweiten Platz belegten Schüler der Freiherr-vom-Stein-Realschule aus Coesfeld. Bei ihrem Projekt „Jiddische Steine“, malten sie jüdische Worte auf eben jene Steine, und verteilten diese in der Stadt. Auf Rang drei landeten Schüler des Pascal-Gymnasiums Münster, die einen Film zum Thema „Bar/Bat Miwza als Jugendliche/r in Deutschland“ eingereicht hatten.

2. Platz: Projekt "Jiddische Steinreise", Freiherr-vom-Stein-Realschule, Coesfeld mit: Maxim Sentabov, Nora Balazsi, Pia Meßing, Paula Hörbelt, Mathilda Elsbecker, Emma Götz, Emma Terwey, Projektlehrerin Tanja Unewisse Foto: Oliver Werner

Sonderpreis: Allein 14 Gruppen aus Gelsenkirchen-Buer

Einen Sonderpreis erhielt die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Buer. Allein 14 Gruppen mit insgesamt 67 Schülern erarbeiteten unter anderem Podcasts, Hörbücher, Präsentationen, Modelle, Filme und Bücher.. „Das kann kein Zufall sein, und zeigt, wie groß das Interesse dieser Schülerschaft an diesem Thema ist“, würdigte Feller das Engagement dieser Schule.

3. Platz: Film "Bar/Bat Mizwa als Jugendliche/r in Deutschland", Pascal-Gymnasium, Münster mit: Felizitas Bogner, Helene-Marie Gaukesbrink, Emma Hinze, Ella Ruhwinkle, Finley Schleutker, Alva Werlemann, Sören Werlemann, Projektlehrerin Dr. Elisabeth Esch-Wermeling Foto: Oliver Werner
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