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Sportler aus Kristiansand stoppt in Münster

Norweger rudert quer durch Europa

Münster

Ein Ruderer aus Münsters Partnerstadt Kristiansand legte einen spontanen Zwischenstopp in Münster ein. Im Bootshaus des Akademischen Ruder-Clubs konnte er sich von seinen Strapazen erholen. Am Ziel ist er allerdings noch lange nicht.

Von Jan-David Runte

Der Norweger Steinar Haakonseth aus Münsters Partnerstadt Kristiansand rudert für einen guten Zweck aus seiner Heimat bis zum Mittelmeer Foto: Stadt Münster/Möller

Fährt man mit dem Auto von Fredrikstad bei Oslo bis nach Port Napoléon bei Marseille, braucht man gut 24 Stunden. Steinar Haakonseth braucht für die Strecke drei Monate. Aber er nimmt nicht das Auto, sondern das Ruderboot. Seit dreieinhalb Wochen ist er jetzt unterwegs. Am 20. Juni startete er in Fredrikstad und fuhr dann an der dänischen Küste entlang bis nach Deutschland. Seitdem fährt er über Flüsse und Kanäle. Am Dienstagabend stand er plötzlich vor der Tür des Akademischen Ruder-Clubs zu Münster (ARC). Sein Boot hatte er am Dortmund-Ems-Kanal „geparkt“.

Überrascht, aber erfreut nahmen ihn die Mitglieder des ARC auf und grillten zusammen mit dem Norweger. Schlafen konnte er dann im Bootshaus des ARC. Den Mittwoch verbrachte er ebenfalls in Münster. Was er da gemacht hat? „Vor allem Schlafen und Essen“, sagt Haakonseth. Und die vielen Fragen der Leute beantworten, die ihn mit seinem Boot sehen. „Dieses Boot ist wie ein Magnet“, sagt er. „Überall zieht es Menschen an. Ich dachte, ich wäre die meiste Zeit meiner Reise alleine, aber das stimmt gar nicht. Immer wieder wollen mir Leute einfach helfen. Das gibt mir Hoffnung.“

Ruderer unterstützt Stiftung

Haakonseth macht die lange Reise nicht nur aus Spaß, er möchte auf die „Stine Sofies Stiftelse“ aufmerksam machen. Eine Stiftung aus seiner Heimatstadt Kristiansand, die Opfer von Kindesmissbrauch unterstützt.

Für den Norweger ist es die erste Rudertour über einen so langen Zeitraum. Da bleiben einige Hürden auf dem Weg nicht aus. „Ich bin nicht gut im detaillierten Planen“, sagt er von sich selbst. Deswegen gehört seine jetzige Route zu Plan C.

Nach 51 Tagen noch immer fit

Plan A und B verliefen eigentlich an der niederländischen Küste entlang, aber aufgrund der Strömung und der Wetterverhältnisse musste der Polizist kurzfristig umplanen. „Ich hänge auch etwas hinter meinem Zeitplan hinterher, aber die Leute vom Ruder-Club haben mich zurück ins Spiel gebracht.“ Der ARC brachte Haakonseth am Donnerstag mit Auto und Anhänger nach Cochem an die Mosel, weil er mit seinem Boot nicht den Rhein hinauffahren kann. Der wahrscheinlich einzige Teil der Strecke, den der Norweger nicht rudert. Zwischen 20 und 40 Kilometer legt er täglich zurück. Körperliche Beschwerden hat er nach 51 Tagen im Boot trotzdem nicht: „Ich habe zwei Jahre dafür trainiert. Meine Frau sagt zwar, ich bin zu alt, aber ich bin fit“, lacht der 47-Jährige.

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